Donnerstag, 27. Juni 2013

Und er bewegt sich doch…

Fundamentalpunkt bei der Sternwarte Zimmerwald
… der Fundamentalpunkt Zimmerwald, die Referenz des neuen Bezugsrahmens LV95/LHN95. Doch kein Grund zur Aufregung, denn es sind ja "nur" die 9 Meter hohen Antennenmasten ZIMM (GPS) und ZIM2 (GNSS) und nicht der Bodenpunkt, der sich bewegt. Idealerweise steht die GPS-/GNSS-Antenne natürlich exakt senkrecht über dem Bodenpunkt. Das tut sie jedoch aus mehreren Gründen eben nicht immer und das wiederum hat Auswirkungen auf unsere GNSS-Messungen. Ein Grund ist die zeitlich bedingte Verschiebung z.B. durch Sonneneinstrahlung, was eine einseitige Masterwärmung verursacht. Die Koordinatendifferenzen können immerhin Werte von bis 1 cm in der Lage und 3 mm in der Höhe bezüglich der Soll-Position annehmen. Das wissen zwar die Ingenieure von swisstopo schon lange, jedoch ihre bisherigen Bestimmungen mit Hilfe von Lotungsmessungen konnten nur manuell durchgeführt werden und das mit verhältnismässig viel Aufwand.
Auf Anfrage der swisstopo installierte das IVGI Teile seines Monitoring-System GeoMoS von Leica Geosystems AG in Zimmerwald um folgende Fragestellungen zu beantworten: Wie verlaufen
die Bewegungen der GPS/GNSS-Antenne gegenüber dem Bodenpunkt innerhalb von 24 Stunden und dies bei mehr oder weniger starker Sonneneinstrahlung? Wie gross sind die maximalen Ausschläge bei den grössten vorkommenden Temperaturdifferenzen? Wie gross sind die jahreszeitlichen Bewegungen? Wie verläuft der Torsions-Prozess? Wie verhält sich der Masten bei Sturmwinden? Vor Ort besteht die Installation im Wesentlichen aus der Kommunikationsbox (ComBox20) und einem Präzisions-Tachymeter (TM30). Die Vorteile liegen auf der Hand; kontinuierliche Messungen über 24 Stunden, automatischer Datenfluss, Resultate in Echtzeit, hohe Genauigkeit, Flexibilität in der Steuerung u.a.m. Zudem fanden während der Beobachtungszeit mit dem Monitoring-System zwischen dem 12.06 bis 28.06.2013 in unmittelbarer Nähe (rund 50 m entfernt) während ein paar Tagen Erdwärmebohrungen statt, deren allfälliger Einfluss auf die GPS/GNSS-Masten nun genauer untersucht werden kann. Die bisherigen Resultate bestätigen die oben genannten Verschiebungen an den heissen Junitagen mit über 30°C in diesem Jahr.
Weitere Datenanalysen werden nun im Rahmen einer bevorstehenden Bachelor-Thesis (Examinator: Prof. Dr. Beat Fischer, Kandidat: Philipp Hefti) durchgeführt. Dabei sollen u.a. die vorhandenen Datensätze auf der Grundlage der Theorie zur Zeitreihenanalyse wissenschaftlich fundiert untersucht werden. Dabei wird eine vom IVGI selbstentwickelte Software auf der Basis von MATLAB® verwendet. Eine typische Aufgabe im Bereich der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung. Wir bleiben in Bewegung…


Mittwoch, 26. Juni 2013

GeoBeer am 3. Juli 2013 organisiert vom IVGI



Am 3.7.2013 um 18:30 Uhr findet an der Feierabendstrasse 80 in Basel das nächste GeoBeer-Event statt. Ziel der GeoBeer-Events ist es, den firmen- und hochschulübergreifenden Austausch zwischen Interessierten aus den Bereichen GIS, Geographie und Kartographie zu fördern und zu pflegen. Die GeoBeer Anlässe finden quartalsweise an verschiedenen Orten statt. Der nächste GeoBeer-Event wird vom IVGI organisiert. Ein kurzes Input-Referat von Hannes Eugster der iNovitas AG über ihre Mobile Mapping Technologie wird die Runde eröffnen. Der GeoBeer Event steht allen Interessierten offen und ist gratis. Anmeldung und weitere Informationen unter: www.geobeer.ch.

Höchste Genauigkeiten im Felslabor Mont Terri erreicht


Das Felslabor Mont Terri in St. Ursanne, das zur Erforschung des Opalinustons als mögliches Wirtgestein zur Lagerung radioaktiver Abfälle dient, braucht ein hochgenaues Vermessungsnetz. Das Labor befindet sich 300 m unter der Erdoberfläche und 1.5 km vom Tunnelportal der A16 (Transjurane) entfernt. Seit dem Jahr 2007 wird das Felslabor Mont Terri vermessungstechnisch auf geologische Deformationen hin überwacht. Aufbauend auf die hochpräzis bestimmten Vermessungspunkte werden weitere Vermessungsarbeiten durchgeführt, die für einige der laufenden und zukünftigen Experimente von grosser Wichtigkeit sind. Die geodätischen Grundlagemessungen finden alle zwei Jahre statt. Seit 2011 ist das Institut Vermessung und Geoinformation (IVGI) der FHNW für die Messung des Grundlagenetzes in Zusammenarbeit mit der swisstopo zuständig.


Vom 13. bis 17. Mai 2013 fanden wiederum die umfangreichen Messungen und Auswertungen im Rahmen eines dreiwöchigen Blockkurses statt. Beteiligt waren 17 Studierende des 6. Semesters, welche durch weitere Mitarbeiter der swisstopo unterstützt wurden. In vier Gruppen aufgeteilt massen die Studierenden abwechslungsweise mit folgenden hochgenauen Messsystemen: Tachymetrie (TS30 und TM30), Nivellement (DiNi03), Kreisel (Gyromat 2000) und GPS/GNSS (Trimble 5700 und System 1200 von Leica). Bei der anschliessenden Auswertung wurde nachgewiesen, dass die Punkte im Laborbereich in der Lage mit einer Genauigkeit von 1.5 mm und in der Höhe auf 0.25 mm genau bestimmt werden konnten (gesamte Tunnellänge: 4.3 km). Dies ist ein bisher unübertroffener Genauigkeitswert, welcher in Zukunft noch kleinere als bisher mögliche geologische Verschiebungen (im Millimeter-Bereich) nachzuweisen vermag. Veränderungen sind bis heute insbesondere im Bereich einer geologischen Störzone inmitten des Felslabors und beim Ausbruch von Tunnels und Nischen, in welchen die vielen Experimente durchgeführt werden, feststellbar. Ein spezieller Dank geht an dieser Stelle an die Mitarbeiter der swisstopo und insbesondere an den Site Manager vor Ort, Thierry Theurillat und dem Tiefbauamt des Kantons Jura (Pascal Mertenat und Daniel Stadelmann), welche die Messkampagne mit viel Engagement und Goodwill unterstützt haben.
Die nächste Messkampagne ist im 2015 geplant, wo eine weitere Netzerweiterung durch den bestehenden Lüftungsschacht (Ablotung) geplant ist und somit eine noch höhere Genauigkeit erreichbar sein soll.

Weitere Informationen können auf der Webseite der FHNW/IVGI zum Projekt Deformationsmessungen Felslabor Mont Terri ab August 2013 entnommen werden. http://www.fhnw.ch/habg/ivgi/studienarbeiten/mont-terri

Montag, 24. Juni 2013

Zweiter GeoSuite-TRANSINT Workshop am IVGI


Am 20. Juni 2013 führte das IVGI gemeinsam mit der swisstopo die Zweitauflage des Workshops zum Software-Paket GeoSuite von swisstopo durch. Zu dem Workshop kamen rund 25 TeilnehmerInnen. Einerseits gaben die Referate einen Überblick über den technischen Hintergrund (Bezugsrahmenwechsel, Transformations- und Interpolationsmethoden) von GeoSuite mit Schwerpunkt auf das Modul TRANSINT und eine Einführung zu den Bedienungselementen des Programms selbst. Andererseits gab es einen Referatsblock, in dem bisherige Erfahrungen mit dem Bezugsrahmenwechsel dargelegt wurden. Dies umfasste das Vorgehen im Kanton Basel-Stadt sowie Erfahrungen aus verschiedenen Studien, u.a. Ergebnisse aus Bachelor- und Semesterarbeiten am IVGI. Dieser Block zu den praktischen Erfahrungen sensibilisierte die Workshop-TeilnehmerInnen vor allem in Hinblick auf den sinnvollen Umgang mit den Transformations- und Interpolationsmethoden und die realistische Interpretation der Resultate. Insbesondere ist dabei die unerlässliche Überprüfung der Ergebnisse mit Hilfe zusätzlicher Kontrollpunkte betont worden, um die Interpolationsresultate auf ihren Korrektheit und Genauigkeit hin zu beurteilen.
Am Nachmittag haben sich die Workshop-TeilnehmerInnen anhand von zwei Aufgabenstellungen mit den Programmbedienungselementen von GeoSuite vertraut gemacht. Dabei wurde auch nochmals der Zusammenhang verschiedener Transformations- und Interpolationsmethoden, sowie deren Parametrisierung und mögliche Vorgehensszenarien zur Beurteilung eines Operats verdeutlicht.

Screenshot Geosuite-TRANSINT

Insgesamt gab der Workshop einen guten Überblick über die Möglichkeiten und die für Praxis relevanten Berechnungsmethoden. Damit ergab sich eine Sammlung an hilfreichen Hinweisen für die zu treffenden Überlegungen zum Vorgehen und der Beurteilung in den für den Bezugsrahmenwechsel noch ausstehenden Operaten.

Freitag, 21. Juni 2013

Mobile Mapping 2013 - Beiträge online!

Impression der ausgestellten Mobile Mapping Fahrzeuge
Am 19. und 20. Juni 2013 fand an der FHNW in Muttenz  die Fachtagung „Mobile Mapping 2013“ statt, welche vom Institut für Vermessung und Geoinformation der FHNW (IVGI) in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Photogrammetrie und Fernerkundung (SGPF) sowie der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation (DGPF) organisiert wurde.

Diese einzigartige Fachtagung, die sich ausschliesslich der  Thematik der mobilen Vermessung und der darauf aufbauenden Geodienste in all ihren Ausprägungen widmet, wurde von mehr  als 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum besucht. Die 17 hochkarätigen Referate (=> Programm und Download der Beiträge) zu den Themen Grundlagen, Erfassungstechnologien / -szenarien, Praxis sowie Forschung und Entwicklung, gehalten von Fachleuten aus den Bereichen der Photogrammetrie, Geomatik, Computer Vision und Robotik, boten einen breiten und fundierten Abriss über diese moderne und bewährte Messtechnologie. Nebst den Fachreferaten, boten auch die Stände der über 10 Aussteller von Hochschulen, Systemherstellern und Mobile Mapping Dienstleistern die Gelegenheit, sich über die verschiedensten aktuellen mobilen Vermessungssysteme und Produkte zu informieren.
Interessierte und konzentrierte Teilnehmer der Fachtagung "Mobile Mapping 2013"
Am zweiten Tag fanden zwei Workshops statt. Zum einen wurde ein Workshop über die Georeferenzierung von Mobile Mapping Daten und zum anderen ein Workshop über die Nutzung des am IVGI entwickelten web-basierten 3D-Geobilddatendienstes „3DCityTV“ durchgeführt. Beide Workshops fanden grossen Anklang bei Geomatikfachleuten, Fachleuten aus dem Infrastrukturunterhalt sowie bei Ingenieurinnen und Ingenieuren.

Angeregte Diskussionen unter den Teilnehmenden in der gut besetzten Firmenausstellung
Abschliessend folgt, dass die „Mobile Mapping 2013“ zum zweiten Mal eine gelungene Fachtagung zur Förderung des Austausches zwischen Anwenderinnen und Anwendern, Mobile Mapping Dienstleistenden und Forschenden und somit auch für die Weiterentwicklung dieser spannenden und zukunftsweisenden Messtechnologie war.

Montag, 17. Juni 2013

FOSSGIS 2013



Vom 12. bis 14. Juni 2013 hat die FOSSGIS - Konferenz an der HSR in Rapperswil stattgefunden. FOSSGIS steht für Freie und Open Source Software für Geoinformationssysteme. Die FOSSGIS-Konferenz ist im deutschsprachigen Raum die führende Konferenz zu diesem Thema. Sie behandelt neben FOSSGIS auch die Themen Open Data und OpenStreetMap.
Das IVGI war mit zwei Vorträgen vertreten:

·        Thomas Gerzner hat "Semi-automatische Adressdatenerfassung" präsentiert. Der Vortrag handelte von der Erfassung von georeferenzierten Adressdaten aus digitalen Fotos unter Einbezug von OSM sowie deren Integration in OpenAddresses.
·        Robert Wüest  hat „Rendering und Bereitstellung massiver Geodaten unter Verwendung von OpenWebGlobe und MapCache in der Cloud“ präsentiert.
Dabei ging es hauptsächlich um die Demonstration von praktischen Möglichkeiten zum Management von enorm grossen Datensätzen und deren Darstellung im Web.

Das IVGI war auch mit einem Stand mit OpenWebGlobe vertreten. Am Stand konnten die Besucher das eigenentwickelte Geographiequiz an einem Touch-Screen spielen. Die Standbetreuung (Martin Christen, Benjamin Loesch und Robert Wüest) konnten Auskunft zu technischen Fragen um OpenWebGlobe und WebGL geben.




Donnerstag, 6. Juni 2013

IVGI-Studierende an der Konferenz der GeodäsieStudierenden (KonGeoS)

Vom 30. Mai bis 2 Juni 2013 trafen sich die deutschsprachigen Geodäsiestudierenden in Stuttgart. Die KonGeoS ist die Konferenz der GeodäsieStudierenden der deutschsprachigen Hochschulen. Als Zusammenschluss der Fachschaften der Geodäsie ist sie die Interessenvertretung der Geodäsiestudierenden an deutschsprachigen Hochschulen. Das Ziel der KonGeoS ist die Vernetzung der Studierenden im Bereich der Geodäsie.
Acht Studierende des IVGI nahmen teil und vertraten die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein. Neben diversen Fachvorträgen standen auch Fachexkursionen und Stadtexkursionen auf dem Programm. Wir Studierende vom IVGI besichtigten das Grossprojekt Stuttgart 21 oder das Industrieunternehmen Faro.
Modell des Bahnhofs Stuttgart 21
 An den Abenden hatten wir auch genügend Zeit, um interessante Gespräche mit anderen Geodäsiestudierenden aus den 16 verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen der Schweiz, Österreich und Deutschland zu führen.
Wir freuen uns an der 2. KonGeos dabei gewesen zu sein und hoffen, dass wir an der nächsten KonGeos in November eine Delegation zur Konferenz nach Darmstadt / Frankfurt senden können.

Andri Gredig, Céline Amstalden, Markus Fehr, Markus Jung, Martina Wüest, Matthias Wobmann, Michael Schäfer und Michael Zwick


Montag, 3. Juni 2013

Bevölkerungsanlass vor der Kantonsbibliothek in Liestal

Nach einem sehr erfolgreichen Fachanlass am 29. Mai in Muttenz präsentierte sich das Institut Vermessung und Geoinformation (IVGI) der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW am 1. Juni in und vor der Kantonsbibliothek BL in Liestal der Öffentlichkeit und brachte der interessierten Bevölkerung den Themenbereich Geomatik näher. Der Anlass zum Jubiläum "50 Jahre Geomatik an der FHNW - ein halbes Jahrhundert Ingenieurausbildung im Raum Basel" wurde durch Nationalratspräsidentin Maya Graf und Regierungsrat Urs Wüthrich eröffnet.

Maya Graf und Urs Wüthrich beim Eröffnen der Wettbewerbparcours
An vielen Posten wurden den Besuchern einerseits geodätische Instrumente und Sensoren erklärt und andrerseits lernten sie Auswertemethoden von Geoinformationen kennen. Dabei stand das Motto "Geomatik zum Anfassen" im Vordergrund: die Besucherinnen und Besucher konnten selbst mit Nivellier und Theodolit messen und die eigene Fähigkeit Distanzen und Grössen zu schätzen mittels modernster Sensorik überprüfen. In der Kantonsbibliothek stiessen das interaktive 3D-Geographiespiel "SwissQuizz" und das 3D-Geo-Kino bei Jung und Alt auf ein reges Interesse.

 
Ein Wettbewerb, der über alle Posten führte, liess die Besucher Punkte sammeln und brachte einigen am Ende schöne Preise.
Rückblickend können beide Anlässe – der Fachanlass am 29. Mai und der Bevölkerungsanlass am 1. Juni – mit den Worten: 'genau in der Planung, zuverlässig in der Durchführung und erfolgreich beim Zielpublikum angekommen' beurteilt werden. Das IVGI bedankt sich an dieser Stelle bei allen Besucherinnen und Besuchern und den Sponsoren unseres Jubiläums.



Der Festplatz vor der Kantonsbibliothek in Liestal