Montag, 20. Juni 2016

Rückblick GEOSummit 2016

Grosse IVGI-Beteiligung und prominenter Besuch
Vom 7. bis 9. Juni 2016 fand in Bern der GEOSummit (http://www.geosummit.ch) statt. Dies ist der grösste Geoinformations- und Geomatik-Kongress der Schweiz und hatte über 1'600 Besuchende, zahlreichen Aussteller und ein reichhaltiges Vortragsprogramm inkl. Workshops. Eingebettet in den GEOSummit fand auch die Dreiländertagung (DLT) der Schweizerischen, Deutschen und Österreichischen Gesellschaften für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation mit einem hoch stehenden Fachprogramm statt. Das Institut Vermessung und Geoinformation (IVGI) der Fachhochschule Nordwestschweiz engagierte sich mit zahlreichen Aktivitäten: einem Workshop, vielen Fachbeiträgen, einem attraktiven Ausstellungsstand sowie mehreren Posten am GEOSchool Day.

Real oder virtuell? Augmented Reality als Kernthema des IVGI-Auftritts am GEOSummit 2016

Workshop BIM & Geomatik
Den Auftakt machte der sehr gut besuchte Workshop "BIM – Fixstern oder Sternschnuppe am Geomatik-Himmel?", den das IVGI gemeinsam mit GEO+ING, der Fachgruppe der Geomatik-Ingenieure des Swiss Engineering STV, durchführte und in dessen Zentrum die zukünftige Rolle der Geomatik im Themenbereich Building Information Modeling stand.

Angeregte Gruppendiskussion im BIM-Workshop mit Manfred Huber, dem neuen Professor für Virtual Design and Construction und BIM an der HABG der FHNW
Zwei Klassen von Studierenden aus dem Bachelorstudiengang, Personen aus dem Masterstudiengang und ein Grossteil der Mitarbeitenden des Instituts nahmen an diversen GEOSummit-Veranstaltungen teil.


Augmented Reality und hoher Besuch
Als Highlight beteiligte sich das Institut an einem Messestand zusammen mit iNovitas, Swisscom und Land2Map. Die Besuchenden konnten am Stand des IVGI die neue Augmented Reality App swissARena auf mobilen Geräten testen. Dabei bestand die Möglichkeit den Live-Flugverkehr, das aktuelle Wetter und Adressen über einem Luftbild vom Grossraum Zürich überlagert anzeigen zu lassen. Diese App wurde in Zusammenarbeit mit Axon Vibe und dem Verkehrshaus der Schweiz realisiert. Sie fand bei den Besuchenden grossen Anklang. Auch Bundesrat Guy Parmelin besuchte den Messestand und schaute sich die swissARena App an. Dank der Anwesenheit von Studierenden und Mitarbeitenden konnten die Interessenten rund um die Studiengänge, Weiterbildungsangebote, Forschungsarbeiten und Projektarbeiten informiert werden.
 
Bundesrat Guy Parmelin lässt sich von Geomatik-Studierenden des IVGI die swissARena App erläutern
Lebendiger GEOSchool Day
Während dem GEOSummit wird für Schulklassen Sek I und Sek II ein Bildungs- und Erlebnistag unter dem Namen GEOSchool Day (http://geoschoolday.ch) angeboten. Daran haben 13 Schulklassen aus der Schweiz teilgenommen. Das IVGI beteiligte sich mit einem Posten mit Wurfweitenmessung und Tachymeter-Distanzmessung sowie der Präsentation vom Mobile-Mapping Fahrzeug als weitere Erfassungstechnologie. Zudem wurde in diesem Rahmen der App-Prototyp Augmented Maps gezeigt, wo die Augmented Reality Technologie Landeskarten um eine 3D-Ansicht und Zusatzinformationen erweitert.
Wer schätzt und misst am Genausten? High-Tech Wurfweitenmessung am GEOSchool Day (Bild © SOGI/GEOSummit)

Dreiländertagung 2016 und Karl Kraus Nachwuchsförderpreis
An der Dreiländertagung 2016 der SGPF, DGPF und OVG, die parallel zum GEOSummit stattfand, war das IVGI mit insgesamt fünf Fachvorträgen präsent. Die Beiträge finden Sie im Online-Tagungsband: http://www.dgpf.de/src/tagung/jt2016/start.html. Ein weiteres Highlight der Dreiländertagung war die Verleihung des Karl Kraus Nachwuchsförderpreises 2016, an welchem es der MSE-Masterabsolventen Markus Jung in die Finalrunde mit den 10 Besten schaffte. Die diesjährigen Preisträger waren (http://www.dgpf.de/pri/kkp.html): Max Coenen von der Leibniz Universität Hannover, Angelika Xaver von der Technischen Universität Wien sowie Oliver Kahmen von der Jade Hochschule Oldenburg. Herzliche Gratulation! Zum Abschluss bedanken wir uns bei unserem Mitarbeiter und SGPF-Vorstandsmitglied Stefan Cavegn für seinen riesigen Beitrag zum guten Gelingen der Dreiländertagung 2016.


Finalistinnen und Finalisten des Karl Kraus Nachwuchsförderpreises 2016 zusammen mit den Jurymitgliedern und den Präsidenten der SGPF, DGPF und OVG (Bild © SOGI/GEOSummit)



Dienstag, 7. Juni 2016

Ist Schwanden bei Brienz sicher?

In den letzten Jahren hat sich das Bergsturzgebiet "Schwanderbärgli" in Schwanden bei Brienz, wenn auch nur wenig jedoch stetig in Richtung Tal bewegt (2 cm pro Jahr). Im Rahmen eines Blockkurses im Fach Ingenieur-Geodäsie wurde das Gebiet vom 16. – 21.05.2016 von neun Studierenden des 6. Semesters der FHNW und drei Studierenden des 4. Semesters der HTW Dresden erneut vermessen.
Die Studierenden des 6. Semesters und die Kursleitung

Ziel des Auftrages war es, mittels eines umfangreichen Deformationsnetzes das Verhalten des Bergsturzgebietes seit der letzten Vermessung im 2014 zu bestimmen. Dieses umfasst eine Grundfläche von 30 ha mit einer bewegten Masse von rund 7 Mio. m3. Im Vordergrund standen vor allem die weitgehend selbstständige und umfangreiche Planung, Ausführung sowie prov. Datenaufbereitung und Auswertung, was eine gute Teamarbeit und Kommunikation zwischen den Gruppen voraussetzte. Ähnlich wie im Jahr 2014 kamen modernste Messtechnologien wie das GNSS-System Viva und die Multistation MS50 von Leica Geosystems sowie das DiNi03 von Trimble zum Einsatz, welche präzise Messresultate garantierten. Zusätzlich wurde im Gebiet "In Brichen" die imposante Schwergewichtsmauer mittels des Laserscanners P20 (ebenfalls von Leica Geosystems) und mit dem Scan-Modul der MS50 erfasst.


Tachymertrische Messungen von Schwanden

Aufnahmen unterhalb der Schwergewichtsmauer
In der darauffolgenden Woche wurde die Datenauswertung an der FHNW in Muttenz durchgeführt, um die dreidimensionalen Bewegungen seit 2014 zu bestimmen und zu analysieren. Die in den letzten Jahren festgestellten Verschiebungen von 2 cm pro Jahr konnten auch in der Periode 2014-2016 bestätigt werden. Es ist beruhigend für die Schwandner Bevölkerung, dass keine Zunahme der Geschwindigkeit feststellbar ist.
Aktuelle Resultate und die vollständige Projektbeschreibungen sind auf der neu erstellten Website, die momentan noch in Bearbeitung ist, ab Mitte Juli 2016 zu finden.
Mit dabei waren: Remo Ackermann, Philippe Brand, Peter Buchmann, Thomas Felder, Marc Keller,  Marco Lang, Chantal Schild, Stefan Schönenberger, Jonathan Senn (FHNW Muttenz), sowie Julia Aurisch, Kristin Böttcher und Tom Weichold (HTW Dresden) unter der Leitung von Peter Mahler.