Mittwoch, 18. Januar 2017

MasterForum 2017

Am Institut Vermessung und Geoinformation begann das Jahr 2017 mit dem MasterForum. Die sieben Masterstudierenden konnten ihre Abschlussarbeit am 12. Januar vor zahlreich versammeltem Publikum präsentieren. Im Publikum sassen interessierte Mitstudierende, viele ehemalige Studierende, Mitarbeitende des Instituts und viele auswärtige Gäste sowie auch Projektpartner der Abschlussarbeiten, welche die Resultate der Diplomierenden mit Spannung erwarteten.

Die Breite der behandelten Themen zeigte einmalmehr eindrücklich die Vielfältigkeit der Geoinformationstechnologie: von thematischen Karten über 3D-Modelle bis BIM (Building Information Modell); von der Validierung von Schweregradienten über mobile Datenerfassungsmethoden bis IoT (Internet Of Things). Die Ergebnisse der Masterarbeiten können hier als Poster und Videos (werden in den nächsten Tagen aufgeschaltet) eingesehen.

Gruppenbild der Diplomierende (v.l.n.r.): Martin Abächerli, Sebastian Condamin, Michael Würsten, Thomas Studer, Markus Fehr, Marco Jappert, Stefan Wittmer
Während dem Apéro, welcher dieses Jahr wieder freundlicherweise von der Firma Leica Geosystems gesponsert wurde, konnte gemeinsam auf ein erfolgreiches 2017, besonders jedoch auf die zukünftige berufliche Laufbahn der Diplomierenden angestossen werden. In diesem Rahmen wurden vom Institutsleiter Stephan Nebiker die neuen Dozierenden am IVGI, Pia Bereuter (angewandte Geoinformationswissenschaften) und Denis Jordan (Mathematik und Statistik) vorgestellt.

Teilnehmende beim Apero
Dieser bot ebenfalls einen optimalen Rahmen an, um einerseits mit den Diplomierenden die Resultate der Thesen zu vertiefen und andererseits um sich mit Kolleginnen und Kollegen, Freunde und Bekannte auszutauschen.

Animierte Diskussionen der Masterarbeiten

Donnerstag, 12. Januar 2017

Studierende berichten: Auslandssemester an der University of Calgary in Kanada

Bereits vor Beginn meines Master-Studiums habe ich von der Möglichkeit eines Auslandssemesters an der University of Calgary (UofC) gehört und war motiviert diese auch zu nutzen. So konnte ich die Planung des Studiums auf den Auslandaufenthalt auslegen und dank der flexiblen Struktur des MSE die 90 erforderlichen Credits auf vier Semester verteilen. Durch die Vereinbarung zwischen den Instituten in Muttenz und Calgary gestaltet sich der Anmeldeprozess auch sehr unkompliziert (wenn dann einmal die richtigen Formulare und Kontaktpersonen gefunden sind). Eingeschrieben habe ich mich für das Herbstsemester 2016 in zwei Module zu den Themen Estimation for Navigation und Optical Imaging Metrology. Zusätzlich konnte ich auch das Vertiefungsprojekt an der UofC absolvieren.
Skifahren bei Lake Louis

Vor dem Semesterstart wurden die Sommerferien für eine Reise durch Kanada genutzt. Dabei ging es mit dem Auto oder Camper von Vancouver durch die Rocky Mountains, nach Seattle und einmal um Vancouver Island. Dabei begeisterte besonders die abwechslungsreiche Landschaft, die Wildtiere und die für Schweizer Verhältnisse endlosen Weiten.
Wanderung in den Rocky Mountains
Einmal in Calgary angekommen startete das Semester im September mit einer Orientation Week wo man eine Übersicht über die Universität bekam und erste Kontakte knüpfen konnte. Die UofC hat etwas über 30‘000 Studierende über die unterschiedlichsten Studiengänge verteilt. Geomatik studieren etwa 115 im Bachelor und 100 in den Graduate-Studies (Master und PhD). Gewohnt habe ich während dem Semester in einem Studentenwohnheim direkt auf dem Campus. Besonders in der kalten Jahreszeit mit Temperaturen konstant unter -20° ist der kurze Schulweg sehr empfehlenswert. Zudem ist es die einfachste Möglichkeit, aus der Ferne ein Zimmer für ein Semester zu finden. Die zwei gewählten Kurse waren beides Geomatik-Module auf Stufe Graduate Studies mit je 12 Studierenden. Davon waren etwa zur Hälfte Master-Studierende und zur Hälfte Doktorierende. Besonders überraschend war für mich der grosse Anteil an internationalen Studierenden, nur gerade ein Bruchteil war aus Kanada. Diese Durchmischung machte den Austausch untereinander jedoch sehr spannend. Im Modul Estimation for Navigation vertieften wir zuerst die bekannte Least-Squares Ausgleichung und lernten dann den Kalman Filter kennen. In Optical Imaging Metrology stand die Bündelblockausgleichung, die Kalibrierung von Kameras und Laserscannern sowie die Analyse von Punktwolken im Vordergrund. Neben der Theorie waren auch die praktischen Aspekte des gelernten wichtig und konnte in grösseren Übungen umgesetzt werden. Dank dem Vertiefungsprojekt war ich vollständig in die Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Derek Lichti integriert, die sich mit Laserscannern und Range Cameras für unterschiedlichste Anwendungen auseinandersetzt. In meinem Projekt ging es um die Tauglichkeit von Time-of-Flight Range Cameras für die Auswertung von Erdbebensimulationen im Labor.
Experiment Vertiefungsprojekt
Zusammen mit einem Doktoranden aus dem Bauingenieurwesen wurden Mauern mit unterschiedlichen Verputzen auf einem Rütteltisch auf ihre Stabilität hin untersucht. Dank dem Einsatz der Kameras war es für die Bauingenieure möglich, flächendeckende 3D-Daten von den dynamischen Experimenten zu haben.

Das Semester war einiges strenger als erwartet, da bereits die zwei Kurse einem Vollzeitpensum entsprechen würden. Trotzdem (oder gerade deswegen) haben sich meine Erwartungen an das Auslandssemester aber mehr als erfüllt. Die Module waren sehr lehrreich und eine gute Ergänzung zu denjenigen des MSE in Muttenz und Zürich. Auch das Forschungsprojekt und die Zusammenarbeit mit den anderen Teammitgliedern brachte mir neue Einblicke. Zudem zeigte mir das Semester, dass man sich als Fachhochschul-Student auch im internationalen Vergleich nicht verstecken muss! Ich kann es allen nur empfehlen, eine solche Möglichkeit zu nutzen und sich für ein Semester ins Ausland zu begeben. An dieser Stelle möchte ich mich bei der Instituts- und Studiengangsleitung für die Unterstützung und ihr Entgegenkommen bedanken und mir so dieses Semester ermöglicht haben.
David Holdener