Donnerstag, 15. Juni 2017

Studienverlegungen ins Felslabor Mont Terri, St. Ursanne

Bereits zum vierten Mal fanden die im 2-Jahresrythmus durchgeführten Grundlagen- und Deformationsmessungen rund um das Felslabor Mont Terri in St. Ursanne im Rahmen einer Studienverlegung statt. Das G6 erfasste vom 15.-19. Mai mittels langstatischen GNSS-Sessionen, Präzisions-Tachymetrie und Kreiselmessungen, welche dank Unterstützung der swisstopo durchgeführt werden konnten, das Lagenetz. Das Höhennetz wurde durch das G2 vom 06.-09. Juni mittels Präzisions-Nivellement gemessen. Die insgesamt 24 daran beteiligten Studierenden sowie 2 Lehrlinge der swisstopo erarbeiteten mit grossem Elan und Eifer, sorgfältiger Arbeit sowie Durchhaltevermögen einen äusserst präzisen Datensatz, der nach ersten provisorischen Auswertungen vielversprechend aussieht. Die definitive Auswertung erfolgt im Rahmen einer Bachelor-Thesis in einer sogenannten Multiepochalen Ausgleichung, dessen Resultate am Geo-Forum am 24. August präsentiert werden.
Hintergründe der Studienverlegungen waren nebst der Erreichung von Ausbildungszielen eine Bestandes Aufnahme (erneute Nullmessung), bevor die grosse Laborerweiterung anfangs 2018 in Angriff genommen wird, welche mehr Platz für weitere Experimente ermöglicht. Sie dient nebst dem bestehenden Felslabor weiterhin der Erforschung des Opalinustons, der als Wirtsgestein zur Lagerung von radioaktivem Abfall in einem geologischen Tiefenlager vorgesehen ist. Unsere Messungen dienen einerseits dazu, natürliche und künstlich erzeugte geologische Veränderungen dreidimensional möglichst präzise zu erfassen und andererseits zur Anbindung von Experimenten, welche eine genaue Georeferenzierung erfordern. Folgendes Instrumentarium kam dabei zum Einsatz: Satellitenmesstechnik ? System Viva (GS14 und GS16) von Leica Geosystems AG und NetR9 von Trimble; Tachymetrie ? TM30 von Leica Geosystems AG; Kreiselmessungen ? Gyromat2000 von DMT (Deutsche Montan Technologie) mit T160
Das 10-jährige Jubiläum seit Beginn der Messungen durch swisstopo wurde im Rahmen eines Grillfestes beim Centre de Vacances in St. Ursanne gebührend gefeiert und damit auch der Dank der swisstopo als Auftraggeber an alle Beteiligten der Messkampagne zum Ausdruck gebracht. Ein spezieller Dank geht an dieser Stelle an die Mitarbeiter der swisstopo in Wabern und vor Ort in St. Ursanne, welche die Messkampagne mit viel Engagement und Goodwill unterstützt haben.
Weitere Informationen können den Webseiten der FHNW/IVGI http://www.fhnw.ch/habg/ivgi/studienarbeiten/mont-terri und/oder zum Projekt Felslabor Mont Terri allgemein http://www.mont-terri.ch entnommen werden.
Bild 1 – Langstatische GNSS-Messungen (im Hintergrund der vertikale Lüftungsschacht des Autobahntunnels Mont Terri)

Bild 2 – Nivellieren im Zugangsstollen zum Felslabor

Bild 3 – Laborerweiterung 2018/19

Bild 4 – Klasse G2

Bild 5 – Klasse G6 und Lehrlinge swisstopo mit Kursleitung

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