Montag, 4. März 2019

Studierende berichten: Klimawandel am ersten Frühlingskolloquium

Im Rahmen des ersten Frühlings-Kolloquium wird ein heisses Thema angesprochen. Herr Dr. Gian-Kasper Plattner von der WSL zeigte mit klaren Forschungsresultaten, wie der Klimawandel global nachweisbar und faktisch unwiderlegbar ist.

Dr. Plattner zeigt anhand von klaren Diagrammen, wie ernst die Lage ist.
Das Thema des ersten Frühlingskolloquium vom 26.02.2019 lautete: »Klimawandel – Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen». Herr Dr. Gian-Kasper Plattner erklärte mit viel Fachwissen den Stand der Dinge im Bereich des Klimawandels.

An der Pariser Klimakonferenz 2015 wurde beschlossen, die Klimaerwärmung unter 1.5°C zu begrenzen. Der Weltklimarat IPCC stützt sich auf aktuelle wissenschaftliche Berichte, die von internationalen Forschungsgruppen weltweit erarbeitet und veröffentlicht werden. Diese Weltklimaberichte wurden von allen Regierungen abgesegnet und somit offiziell anerkannt. Was gewisse Leute bloss ‘als heisse Luft der Politiker’ wahrnehmen, kann, laut Dr. Plattner, auch als Schritt in die richtige Richtung wahrgenommen werden.

Die Fakten aus diesen Berichten sprechen klare Worte:
•    In den Eisbohrkernen aus der Antarktis kann man die CO2-Konzentration der Atmosphäre von den letzten Jahrtausenden feststellen. Daraus resultiert, dass die CO2-Konzetration in den letzten 800'000 Jahren nie so hoch waren wie heutzutage. Jährlich emittieren wir 10.1 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Mehr als je zuvor.


Der CO2 Ausstoss ist die Hauptursache des Klimawandels.
•    Wissenschaftler haben ausgerechnet, dass der Ausstoss von 1000 Milliarden Tonnen Kohlenstoff zu 0.8-2.5°C Erwärmung führen. Wenn  wir nur ca. 15 Jahre so weiterleben wie heute, hätten wir dies bereits in 15 Jahren ‘erreicht’.

•    Seit 1850 sind die heissesten Jahre in der Schweiz in den letzten 15 Jahren anzutreffen. Global gesehen hat sich die weltweite Durchschnittstemperatur seit dem Anfang der Industrialisierung um 1°C angehoben. Das führt zum bekannten Schmelzen der Gletscher in den Bergen und Eismassen an den Polen. Ganze Forschungsstationen im ewigen Eis müssen auf Stelzen gebaut werden, damit sie nicht zusammenstürzen, weil der Boden unter ihnen wegschmilzt, wie Dr. Plattner eindrucksvoll mit Bildern belegte.
Die Grafik zeigt die Temperaturabweichung pro Jahr in der Schweiz verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 1961-1990. Daraus lässt sich schliessen, dass die letzten 3 Dekaden die wärmsten waren.
•    Mehr als 50% der Erwärmung kann mit Sicherheit auf den Menschen zurückgeführt werden. Mit den Daten der letzten Jahre versucht man, den Verlauf des Klimawandels für die Zukunft zu simulieren. Jedoch sieht es alarmierend aus. Die Ziele des Klimaabkommens von Paris können, auch wenn wir heute den CO2-Ausstoss drastisch minimieren, nicht mehr erfüllt werden. Wir haben nun schon 1°C globale Erwärmung erreicht und es geht Richtung 2°C.

•    Der Klimawandel hat zusätzliche Auswirkungen, wie saure Ozeane und Nahrungsmittelknappheiten, auf die Dr. Plattner noch hinwies. Auch die Meeresströmungen sind klimaabhängig und deren Veränderung infolge der Erwärmung sind ungewiss und könnten fatal sein.
Die Wissenschaft liefert die alarmierenden Berichte und die Zukunftsszenarien. Die Berichte und Fakten müssen heutzutage nicht nur wahrgenommen werden, sondern auch zu Massnahmen führen. Weltweites Umdenken kann die Folgen des Klimawandels mildern, doch dies ist eine enorme Herausforderung. Weltübergreifende Massnahmen sind schwierig umzusetzen und stossen im Allgemeinen auf Widerstand. Wissenschaftler müssen immer mehr Beweise liefern, dass sie überhaupt gehört werden, während Gegner mit simplen Behauptungen den Klimawandel verharmlosen.

Die Informationen, die Dr. Plattner den Zuhörern vermittelt, lassen die Befürchtungen wahr werden: Der Klimawandel wird drastischer ausfallen, als so manche Menschen heutzutage annehmen. Die gesammelten Daten und die ausgerechneten Szenarien für die Zukunft belegen diese These. Die Frage ist nur, was der Mensch aus diesem Wissen macht.


Autor: Jonas Brunner, Studierender Geomatik im 2. Semester

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen