Mittwoch, 9. Oktober 2019

Studierende berichten: Angst ein Studium in Angriff zu nehmen?

Wie kommt ein Bündner Bergler auf die Idee seine Heimat zu verlassen? Möchte er den Talkoller vermeiden oder sucht er das Nebelmeer, weil ihm die Kondensstreifen der Flugzeuge zu wenig sind? Eine solche Entscheidung kann auch von Ängsten abhängig sein. Welche diese sind und wie ich diese überwunden habe, will ich euch in diesem Blog beschreiben.

«Muttenz, was soll man dort nur machen!»

«Wo gibt’s dort Schnee?»


«Zugfahrt durch die halbe Schweiz!»

«Ich kenne doch niemand dort!»


Diese Gedanken kamen mir während der Einschreibung an der Fachhochschule auf, als die Idee mit dem Studium konkret wurde.
Die grösste Angst war, bei was für Leuten werde ich wohl in der WG landen. Zum Glück kenne ich einen Einheimischen, der den Schritt ins Dreiländereck Basel bereits wagte, und mir das wärmstens empfehlen konnte. Nebenbei vermittelte er mir sogar noch eine WG die noch einen «Vermesser» suchten. Beim ersten Treffen in der WG merkte ich gleich, dass es sogar einem Urner und einem St. Galler in Muttenz gefällt. Auch überrascht war ich, als ich die Balkonaussicht sah, und ich merkte, dass es im Baselbiet sogar auch «Berge» hat, welche mir jeweils eine grosse Hilfe in der Orientierung bieten. Nach dem WG-Besuch wurde mir zum Glück schnell mitgeteilt, dass ich bei Ihnen einziehen kann, was mich schon ziemlich erleichtert hat.
Idyllische Zugfahrt von St. Moritz nach Muttenz
Die Hürde der langen Zugfahrt von knappen fünf Stunden bis nach Hause ist eigentlich gar nicht so schlimm, wie ich zu Beginn dachte. Die Fahrzeit kann natürlich produktiv genutzt werden. Es braucht ja schliesslich Zeit, sich die Credit-Points des Selbststudiums zu erarbeiten. Die Zugfahrt ist meistens aber gesellig, da man oft Freunde antrifft, die in die gleiche Richtung fahren. Das heisst man kann sich mit ihnen lange aufs Wochenende einstellen, oder am Sonntagabend ausgiebig von dem berichten. Ach ja, da war ja noch das mit der Selbstdisziplin fürs Selbststudium…
Das neue Basketballteam des TV Muttenz
Die einzige Unsicherheit, die mir noch blieb, ist, dass ich nicht wusste, wie ich die Zeit unter der Woche vertreibe. Zu Beginn dachte ich, als Student ist man ja eh nur mit dem lernen beschäftigt. Jedoch merkte ich schnell, dass ich eine Abwechslung brauche. Dank dem wir eine kleine Klasse sind, habe ich viele gute neue Freunde gefunden. Mit diesen kam man dann schnell auf gute Ideen in der Zeit neben dem Studium. Der Sport darf bei mir auch nicht zu kurz kommen. Da Zuhause der nächste Basketballclub zwei Stunden entfernt war, wollte ich hier einem Verein beitreten. Das Herren Team der 4. Liga vom TV Muttenz nahm mich dabei sehr gut auf. Nun trainiere ich dort zweimal wöchentlich und unternehme viel mit Freunden. Damit vergehen die Wochen wie im Flug.

Schlussendlich habe ich mich hier schnell wohlgefühlt und alle vorgängigen Ängste sind plötzlich verschwunden. Das einzige was mir noch fehlt ist der Schnee im Winter.
Stopp, da war doch dieser eine Tag im November?
Muttenz in seiner vollen weissen Pracht
Autor: Daniel Cadonau, Student Geomatik im 3. Semester

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