Geomatik Summer School 2020

Das IGEO führte vom 5. bis 7. August die Geomatik Summer School durch. An dem dreitägigen Event, welcher auf Lernende der Bereiche Geomatik- und Informatik aber auch auf Maturandinnen und Maturanden ausgerichtet ist, werden interessante Inhalte aus den Bereichen Photogrammetrie, Messtechnik und Geoinformatik vermittelt sowie die Möglichkeiten für ein Studium an der Fachhochschule Nordwestschweiz aufgezeigt. Wie momentan viele Bereiche des alltäglichen Lebens musste auch die Durchführung Geomatik Summer School aufgrund des Coronavirus angepasst werden. Dies führte unter anderem dazu, dass die insgesamt 19 Teilnehmenden teilweise mit Schutzmasken unterwegs waren (siehe Gruppenfoto).

Gruppenfoto der Teilnehmender der diesjährigen Geomatik Summer School

Gestartet wurde am Mittwochmorgen mit einer Begrüssung inklusiv Gebäudeführung sowie Vorträgen zu moderner Messtechnik, Geoinformatik / GIS-Projekte und Visualisierungen. Ab dem Nachmittag durften die Teilnehmenden in Workshops zu den Themen Web-Mapping, photogrammetrische 3D-Rekonstruktion, Laserscanning und Fernerkundung selbst Hand anlegen.
Im Workshop Web-Mapping entwickelten die Teilnehmenden, nach einer Einführung in die Grundlagen der Programmierung, ein Quiz. Die entwickelte Logik zeigt einen zufälligen Kartenausschnitt der Schweiz, welche der/die BenutzerIn dem korrekten Kanton zuordnen muss. Mithilfe weniger Zeilen Code und ausgewählten Anpassungen der Programmparameter konnten die Teilnehmenden ihr eigenes Quiz schreiben und spezifische Anpassungen vornehmen.
Bei der photogrammetrischen 3D-Rekonstruktion wurden sowohl freizugängliche Apps wie auch professionelle Software eingesetzt. Bewaffnet mit ihren Smartphones machten die Teilnehmenden jagt nach passenden Sujets für die dreidimensionale Rekonstruktion. Anschliessend wurde aus den Einzelbilder eine Punktwolke erstellt, diese in eine Dreiecksvermaschung überführt und texturiert. Zum Schluss konnte eine Animation das texturierten 3D-Modells angefertigt werden.

Photogrammetrische Erfassung eines Tachymetermodells

Im Workshop Laserscanning wurden die Genauigkeiten von drei verschiedenen Laserscannern unter die Lupe genommen. Mit jedem der drei Laserscanner wurde eine Tafel mit fix montierten Zielmarken aus derselben Entfernung gescannt. Die 3D-Distanzen zwischen den Zielmarken wurden in den Punktwolken gemessen und mit den vorher bestimmten Referenzdistanzen verglichen. Die resultierenden Differenzen zwischen Soll- und Ist-Distanzen wurden zusammengestellt und den theoretischen Genauigkeiten der Laserscanner gegenübergestellt. In einer ausgedehnten Diskussion konnten die Teilnehmenden zusammen mit den Workshopleitern die erzielten Genauigkeiten erörtern und die Gründe für allfällige nicht erwartete Resultate besprechen.

Aufnahmen mit dem Laserscanner / Auswertung Scandaten

Dass Drohnen in der Geomatik verbreitet eingesetzt werden, war den meisten Teilnehmenden bekannt, dass dies jedoch auch für Satelliten gilt, wussten die wenigsten. So wurde den Teilnehmenden zuerst der theoretische Hintergrund und die Anwendungsbereiche der Fernerkundung aufgezeigt.
In der anschliessenden Übung konnten sie die freizugänglichen Daten der Landsat- und Sentinel-Satelliten herunterladen und grossflächige Untersuchungen zu zeitlichen Veränderungen der Landschaften anstellen. Es wurden beispielsweise die Auswirkungen der verehrenden Waldbrände in Australien im Jahr 2019 auf die Vitalität der Pflanzen untersucht oder der Gletscherschwund zwischen zwei Zeitständen berechnet.

Download von Satellitendaten

Neben den fachlichen Vertiefungen, kam auch das gesellschaftliche nicht zu kurz. Beim gemeinsamen Grillabend im Park des FHNW Campus und dem Pizzaessen in der Basler Innenstadt konnten sich die Teilnehmenden untereinander aber auch mit den Mitarbeitern des IGEO austauschen.

Voller Grill beim Grillabend im Park des FHNW Campus Muttenz