Geomatik Herbst-Kolloquium: Geologische Prozesse mit Hilfe von Geomatik besser verstehen

Mit dem Start des Herbstsemesters erfolgte bereits am zweiten Studientag das erste Kolloquium zum Thema «Geologische Prozesse mit Hilfe von Geomatik besser verstehen». Das aktuelle Projekt «Geländesenkungen Muttenz», welches von Amt für Umweltschutz und Energie, Ressort Wasser und Geologie sowie vom Amt für Geoinformation des Kantons Basel-Landschaft in diesem Jahr initiiert wurde, gab uns den Anlass dazu.

Rund 50 Studierende, Mitarbeitende des IGEO und externe Gäste wohnten dem Kolloquium vor Ort bei, wobei sich zusätzlich ca. 20 Personen die Präsentationen online über Webex anschauten.
Dr. Phillip Häuselmann, Geologe beim SISKA, zeigte anschaulich auf, wie Verkarstungen (Lösung von Gesteinen) entstehen, die zu Hohlräumen im Untergrund und damit zu Absenkungen an der Erdoberfläche führen. Am Beispiel der Problematik der Geländesenkungen in Muttenz beantwortete er dazu grundlegende Fragen oder stellte zumindest Hypothesen auf. Er betonte dabei, dass die Geomatik hier einen wichtigen Beitrag leistet, um die Ursachen der Veränderung im Untergrund und deren vielschichtigen Wechselwirkungen besser zu verstehen und ergründen zu können. Eine Antworte auf die Frage, was man gegen die Senkungen tun kann, hofft er, in den nächsten zwei Jahren geben zu können, wenn alle Untersuchungen abgeschlossen und die Resultate (auch die der Geomatik) vorliegen.
Patrick Lenherr, Geomatik-Ingenieur beim Amt für Geoinformation BL, präsentierte die Planung, die Erfassung und erste Resultate der Gelände-Befliegung mittels einer Drohne in diesem Projekt. Ziel war es, mit Hilfe der digitalen Photogrammetrie ein sehr detailliertes und vor allem sehr genaues Höhenmodell abzuleiten (sH = 5-10 mm). Wie die Drohne genau eingesetzt wird und auf was dabei alles zu achten ist, zeigte er anschaulich auf. Zukünftige Befliegungen werden die Geländesenkungen flächenmässig gut dokumentieren und den Geologen zu weiteren wertvollen Informationen verhelfen.
Das Kolloquium war auch der Auftakt zum projektbasierten Lernen des 3. Semesters, welches als Première vom IGEO lanciert wurde und als Pilot für die Studienreform 2021 gilt. In den Fachgebieten Geodätische Messtechnik, Statistik und Ausgleichungsrechnung, Programmieren sowie Vektor und Bilddaten soll immer wieder auf dieses Projekt eingegangen und daran angeknüpft werden. Sämtliche praktischen Arbeiten werden an diesem Projekt durchgeführt und ermöglichen nebst der Vermittlung von Grundlagen und Fachwissen im Rahmen von Vorlesungen eine praxisnahe Ausbildung.
Zum Schluss sei den beiden Referenten nochmals herzlich gedankt für die spannenden und interessanten Vorträge.


Geländesenkungen Muttenz (Veränderungen in mm/Jahr)