Donnerstag, 19. Dezember 2013

Grosses Bronzemodell der Römerstadt Augusta Raurica eingeweiht


Am 17. Dezember 2013 wurde in der Römerstadt Augusta Rauricadas grösste Bronzemodell enthüllt, das je von einer römischen Stadt angefertigt wurde. Das Modell steht frei zugänglich im Zentrum von Augusta Raurica und vermittelt den zukünftigen Besucherinnen und Besuchern einen Eindruck von der Grösse und Pracht der antiken Stadt. Das Bronzemodell ist das Resultat einer engen Zusammenarbeit der Römerstadt Augusta Raurica, des Instituts Vermessung und Geoinformation (IVGI) der FHNW und den Firmen Visual Data Systems AG in Arlesheim und der Kunstbetrieb AG Münchenstein.

Das (vor-)weihnachtlich verpackte Modell an der Eröffnungsfeier

Die Anwesenden bestaunen das enthüllte Bronzemodell der gesamten Römerstadt

Vom digitalen 3D-Modell …

Bei der Erstellung des eindrücklichen Modells im Massstab von 1:500 mit einer Dimension von 4.8 x 2.8 Meter und einer Fläche von 13 Quadratmetern wurde auf der ganzen Linie Neuland beschritten. Auf der Basis des modernen Grabungs-Geoinformationssystems der Römerstadt generierten unter der Leitung von Prof. Stephan Nebiker Studierende und Mitarbeitende des IVGI mit Hilfe prozeduraler 3D-Modellierungsansätze und in enger Zusammenarbeit mit Markus Schaub, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Römerstadt, ein digitales 3D-Modell der historischen Römerstadt. Mit Hilfe der prozeduralen 3D-Modellierungssoftware CityEngine der Firma ESRI konnten dabei archäologisches Faktenwissen und Hypothesen über Gebäudetypen, Gebäudehöhen, Dachneigungen sowie etwa die typischen Säulengänge (Portiken) in Konstruktionsregeln übersetzt und darauf basierend das 3D-Modell automatisiert generiert und laufend adaptiert werden.

Die Basis: das digitale 3D-Modell des IVGI

 … über den 3D-Druck …

Das digitale 3D-Modell wurde anschliessend von der Firma Visual Data Systems in ca. 180 Teilstücke unterteilt und mit 3D-Druckern des Herstellers Z Corporation gedruckt. Zum Einsatz kam dabei ein Inkjet-Verfahren, bei dem ein gipsartiges Pulver in einer Baukammer schichtweise verhärtet wird.
Das Modell als Puzzle von 180 Teilen aus dem 3D-Drucker. (Foto (c) Römerstadt Augusta Raurica)

… und den Bronzeguss …

Die so gedruckten Teilmodelle dienten bei der Kunstbetrieb AG im nächsten Schritt als 3D-Vorlagen für die mehrstufige Erstellung der schlussendlichen Bronzegussformen für die einzelnen Bauteile des Modells. Diese wurden anschliessend von den Kunsthandwerks-Fachleuten zu einem Gesamtmodell verschweisst.

Die einzelnen Bronzeteile werden zum Gesamtmodell zusammengesetzt. (Foto (c) Römerstadt Augusta Raurica)

… zum eindrücklichen Gesamtmodell

Seit dem 17. Dezember kann nun das Gesamtmodell in Augst auf dem neuen Platz zwischen dem Römermuseum und dem antiken Theater in seiner vollen Pracht und aus den unterschiedlichsten Perspektiven betrachtet und von Jung und Alt erforscht werden.
Ansicht des fertig gestellten Bronzemodells von Augusta Raurica aus südlicher Blickrichtung - bei nächtlicher Beleuchtung am Eröffnungstag. 
Kontaktpersonen: Prof. Dr. Stephan Nebiker (stephan.nebiker@fhnw.ch) und Stefan Cavegn (stefan.cavegn@fhnw.ch)

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Strategische Initiative „Smart-Living“

Im Rahmen der Strategischen Initiative Smart-Living, an der die drei Hochschulen HSA (Hochschule für Soziale Arbeit), Schwerpunkt Stadtentwicklung, HSW (Hochschule für Wirtschaft), Schwerpunkt Cloud Computing und der HABG, Schwerpunkt Geomatik arbeiten, konnte ein erster Prototyp erstellt werden.
Smart-Living Anwendung im Browser eines Tablets

Die Initiative verbindet drei aktuelle Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte an der FHNW: Erstens Aktivitäten, die die Frage nach der gesellschaftlichen Funktion von Stadt thematisieren und dabei den in der internationalen Forschung seit geraumer Zeit einsetzenden Bedeutungswandel hin zum Quartier und der Nachbarschaft als Kernelement von sozialer Integration aufgreifen (HSA), zweitens den Entwicklungsarbeiten in der Auswertung und der Prozessierung grosser Datenmengen (HSW) und drittens der Forschung zu den Möglichkeiten der Prozessierung und Visualisierung von Daten in räumlich-zeitlichen Kontexten, die von Anwendern selbst generiert werden (Volunteered Geographic Information, HABG). Der Prototyp ist eine web-basierte Anwendung, welche im Rahmen des Forschungsgebiets der HSA in Aarburg mit Jugendlichen ausgetestet wurde. Die Anwendung erlaubt es, über mobile Endgeräte in einer online Karte Objekte zu platzieren und zu beschreiben bzw. Objekte, die von anderen Anwendern erstellt wurden zu kommentieren. Funktionell kombiniert der erste Prototyp eine interaktive online Karte mit sozialen Medien. Im vorliegenden Anwendungsfall gingen Jugendliche durchs Untersuchungsgebiet und markierten Orte, die für sie von Bedeutung waren mit ihren Smartphones. Dabei wurden die markierten Orte beschrieben und von anderen Kommentiert. In einem nächsten Schritt werden diese „Dialoge“ nun von der HSA ausgewertet. Die Anwendung wurde hauptsächlich vom IVGI entwickelt und von der HSW gehostet.
Im nächsten Jahr ist ein zweiter Prototyp vorgesehen, der die Integration von Nutzerprofilen und entsprechenden Matchings vorsieht.



Weiter Auskünfte: Prof. Hans-Jörg Stark (hansjoerg.stark@fhnw.ch)

Dienstag, 10. Dezember 2013

IVGI-Studierende an der 3. Kongeos in Frankfurt / Darmstadt

Vier Studierende des IVGI aus dem Bachelor- und Masterstudiengang nahmen an der 3. Kongeos teil. Diese fand vom 14. bis 17. November in Frankfurt statt. Organisiert wurde sie von Studierenden der Fachhochschule Frankfurt und der technischen Universität Darmstadt. Die Konferenz der Geodäsiestudierenden (KonGeoS) besteht aus 20 Fachhochschulen und Universitäten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zweimal jährlich findet ein Treffen statt. Im Zentrum steht dabei der hochschulübergreifende Austausch der Studierenden.

Teilnehmer der KonGeoS in Frankfurt / Darmstadt
 In Arbeitsgruppen werden jeweils Themen zu Nachwuchsförderung, Öffentlichkeitsarbeit, Kontakt mit Fachverbänden, Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Studiums und aktuelle Projekt des Vereins diskutiert. Daneben ist das Programm jeweils mit interessanten Fachvorträgen bestückt. Auch für das Kennenlernen der Gastgeberstädte ist gesorgt. Exkursionen in die Städte Frankfurt, Darmstadt oder die nahegelegene Apfelweinkelterei liessen kulturelle Eindrücke des Bundesland Hessen mitnehmen. Fachliche Exkursionen erlaubten Einblicke in die Tätigkeiten am Flughafen Frankfurt, die Aufgaben der EUMETSAT (Europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten) oder ESOC (Europäische Raumflugkontrollzentrum).


Satellitenmodelle bei EUMETSAT
Am Kneipenabend konnte man sich bei einem geselligen Bier nochmals die vielen gewonnenen Eindrücke verarbeiten und diskutieren.
Das nächste Treffen findet vom 29. Mai bis 1. Juni in Österreich statt. Die Studierenden der TU Wien stecken bereits mitten in den Vorbereitungen und werden wieder ein tolle Veranstaltung auf die Beine stellen.
www.kongeos.de

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Muttenz – Lausanne aller-retour, am / au 28 November / Novembre 2013

Es geht los, die Studierenden des 5. Semesters und einige wissenschaftliche Mitarbeitende auf dem Weg an die ETH in Lausanne (EPFL). Am Morgen war das Ziel dieses Ausflugs ein Besuch beim Unternehmen senseFly, einer Spin-Off der EPFL. Dieser Schweizer Produzent von photogrammetrischen Mikro-Drohnen zeigte uns unter anderem seine Forschungs- und Entwicklungsabteilung wie auch die Produktionsstätte. Zusätzlich erhielten wir eine Demonstration einer ihrer Drohnen (eBee) inklusive einer Präsentation der Aufnahmeauswertung.

C'est parti, les étudiants du 5ème semestre et des assistants académiques en route pour l'EPF à Lausanne. Le but de cette excursion était de visiter l'entreprise senseFly, un spin-off de l'EPFL le matin. Ce producteur Suisse de micro-drones photogrammétriques, nous a présenté leur département de recherche et développement ainsi que le site de production. Entre autre, nous avons reçu une démonstration d'une de leurs micro-drones (eBee) avec une exploitation des données.
Abbildung 1: Besuch bei der senseFly: Demonstration der eBee-Micro-Drohne
Am Nachmittag nahmen wir dann an der Herbstveranstaltung 2013 des SGPF an der EPFL teil. Dabei wurden uns abwechslungsreiche Themen, von den heutigen Herausforderung und Lösungen bei der Sensororientierung bis hin zur Fernerkundungsanwendung mit hyperspektralen Sensoren montiert an Ultraleichtflugzeugen zur hydrologischen Analyse des Genfer- und Baikalsees, präsentiert. Zu guter Letzt, erhielten wir eine Präsentation der unterschiedlichen luftgestützten Fernerkundungssysteme die vom Team um Dr. Jan Skaloud entwickelt wurden.

L'après-midi, nous avons participé à la manifestation d'automne 2013 de la SSPT et de l'EPFL-TOPO. Un grand choix de sujets intéressants a été présenté, entre autre le défis et solutions dans l'orientation des capteurs et la télédétection du lac Léman et lac Baikal avec des capteurs hyper-spectrales attachés à des avions ultra légers. La petite touche finale était une présentation sur les différents systèmes aéroportés pour la télédétection de l'équipe académique autour de Dr. Jan Skaloud.
    


Abbildung 2 und 3: SGPF-Herbstveranstaltung: Präsentation verschiedener luftgestützter Fernerkundungssysteme des Instituts TOPO der EPFL.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Neues KTI-Projekt infraVIS gestartet

Erfreulicherweise konnten wir in diesem Herbst ein neues, ambitioniertes Forschungsprojekt lancieren. Das von der Kommission für Technologie und Innovation KTI mitfinanzierte Projekt infraVIS mit Start am 1. Dezember 2013 und einer Laufzeit von 2 Jahren wird in Zusammenarbeit mit der Industriepartnerin iNovitas AG durchgeführt.

infraVIS steht für «Sustainable Infrastructure Management based on Versatile Intelligent 3D Image Spaces». Wie der Titel bereits erahnen lässt, geht es im Projekt um die konsequente Weiterführung unserer bisherigen Forschungsaktivitäten im Bereich bildbasiertes Mobile Mapping für das Infrastrukturmanagement (vgl. KTI-Projekt SmartMobileMapping). Im Fokus stehen Weiterentwicklungen unseres Mobile Mapping Erfassungssystems durch Integration von Panoramakameras sowie deren Implementierung in die gesamte Bildprozessierungskette. Zudem werden neue Matching-Algorithmen für die robuste Generierung hochauflösender Tiefenkarten aus Bildern unterschiedlicher Sensoren und verschiedenster Aufnahmerichtungen untersucht. Auf Nutzerseite sollen weitere Tools zur Nutzung der so generierten 3D-Bilder entwickelt werden, bis hin zur semi-automatischen Rekonstruktion von Strassenmöblierungsobjekten. Das Projekt ist unterteilt in die drei Teile infraVIS.3DExtraction, infraVIS.MultiView und infraVIS.intellImage (siehe Abbildung).

Abbildung: Die 3 Teile des infraVIS-Projektes
Das 7-köpfige infraVIS-Projektteam des IVGI freut sich auf spannende Forschungsaktivitäten, deren Ergebnisse dank der engen Zusammenarbeit mit der Industriepartnerin wiederum direkt in die Praxis einfliessen werden.

Die aktuellsten Informationen zum infraVIS Projekt finden Sie auch auf dem infraVIS-Projektblog unter: blogs.fhnw.ch/infravis

Montag, 25. November 2013

Leica Geomatik News 2013 mit IVGI-Präsenz

Am 21. November 2013 fanden die 27. Leica Geomatik News im Technopark Zürich statt. Wie jedes Jahr wurde ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm geboten. Die Themen der Fachvorträge waren breit gestreut und reichten vom Snowmanagement im Skigebiet Laax, über stereobildbasiertes 3D Mobile Mapping in der Stadt Zürich, bis hin zur Tunnelvermessung im Monte Ceneri. Natürlich wurden auch die neuesten Produkte der Leica Geosystems vorgestellt. Dabei erhielt man einen eindrücklichen und nicht alltäglichen Blick hinter die Kulissen der Produktion.

Stand des IVGI der FHNW
Die FHNW war neben den Vortragsblöcken mit einem Stand vertreten, der von Stefan Cavegn, Kathrin Crollet und Kevin Hilfiker betreut wurde. So konnten die Teilnehmenden die neuesten Informationen über den neuen Bachelor-Studiengang in Geomatik und den Master-Studiengang in Geoinformationstechnologie aus erster Hand erhalten. Die grosse Bedeutung der Praxisorientierung im Studium und in der Forschung wurde anhand eines aktuellen Projekts des IVGI aufgezeigt. Dazu wurden die aktuellsten Ergebnisse aus dem soeben abgeschlossenen KTI-Projekt SmartMobileMapping  am Beispiel mehrerer Cloud-basierter 3D-Geobilddienste der Industriepartnerin iNovitas AG demonstriert, was bei den Teilnehmenden grossen Anklang fand.

Interessierte Teilnehmende im Fachgespräch mit Stefan Cavegn

Freitag, 22. November 2013

Erfolgreicher SCRUM Kurs am IVGI

SCRUM-Workflow aus dem IVGI-Workshop
Letzten Montag und Dienstag fand am IVGI der Kurs zum „Certified SCRUM Master“ statt. Dr. Jürgen Hoffman von der Firma "Das ScrumTeam" führte uns auf sehr anschauliche und interaktive Art und Weise in die verschiedenen SCRUM-„Werte und Prinzipien“ ein. Er vermittelte uns, welche Aufgaben SCRUM Master, Product Owner oder das Entwicklungsteam im gesamten SCRUM-Produktentwicklungszyklus haben und zeigte unter anderem wie man Produktanforderungen stichhaltig und aussagekräftig formuliert.

Praktisch durchgängig waren die Teilnehmenden bei vielen „Hands-on“ Übungen auch selbst gefordert, beispielsweise beim Marshmallow Challenge oder bei der Durchführung mehrerer praktischer SCRUM-Sprints zur Entwicklung einer neuen Lego-Stadt. Was spielerisch aussieht, hat jedoch einen sehr fundierten und handfesten Hintergrund, so half das „Erleben“ solcher SCRUM Sprints, die Begrifflichkeiten und die Rollenteilung der Teilnehmer besser zu verstehen.

SCRUM wird am IVGI seit mehreren Jahren für Forschungsprojekte eingesetzt. Dieser Kurs stellt sicher, dass die Methodik weiterhin gepflegt und in unsere Forschungs- und Entwicklungs-Prozesse integriert wird. An dieser Stelle herzlichen Dank an die Kursteilnehmer und den Kursleiter für einen spannenden, aufschlussreichen und lehrreichen Kurs.

Hier ein paar Impressionen aus dem Kurs:  


Eines der SCRUM-Teams bei der Beratung des Marshmallow-Challenges
Zweites SCRUM-Team im konzentrierten Schlussspurt

Zufriedene Kursteilnehmer vor ihrem "Product Release"