Mittwoch, 26. Juni 2019

Würdigung für Bild von Adrian Meyer beim SNF-Fotografiewettbewerb



multispekrales Drohnenbild aus der Masterthesis von Adrian Meyer
Im SNF-Bilderwettbewerb wurde ein multispekrales Drohenbild aus der Masterthesis von Adrian Meyer, Absolvent vom Masterstudiengang MSE in Geomatics des Instituts Geomatik aus über 500 Einsendungen zusammen mit 11 weiteren Bildern von einer Jury ausgewählt und mit der Auszeichnung "Distinction/Würdigung" versehen.
Die Idee, dieses Bild einzureichen ergab sich aus einigen zusätzlichen Experimenten, die Adrian Meyer mit den Bildern aus seiner Masterarbeit durchführte. Da wir mit dem menschlichen Sehvermögen Infrarotlicht nicht direkt wahrnehmen können, war er auf der Suche nach einer Falschfarben-Visualisierung, um möglichst viele Infrarot-Details (z.B. zum Stoffwechselzustand von Pflanzen) auf den Bildern sichtbar zu machen.

Das Bild steht nun auf der Website des SNF mit Namensnennung gemeinfrei der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Preisverleihung fand am Bieler Fotografiefestival statt.


Darüber hinaus wurde das Bild im Juni doppelseitig im Schweizer Forschungsmagazin horizonte abgedruckt und mit einem journalistischen Begleittext versehen.

Montag, 24. Juni 2019

IGEO-Präsenz an der CVPR 2019

Stefan Cavegn vom Institut Geomatik der FHNW an der CVPR 2019 in Long Beach
Die wichtigste Computer Vision-Konferenz CVPR findet jährlich in den USA statt, dieses Jahr in Long Beach südlich von Los Angeles (http://cvpr2019.thecvf.com/). Bedingt durch die grossen Fortschritte und Erfolge im Bereich Maschinelles Lernen in den letzten ca. fünf Jahren, hat die CVPR enorme Dimensionen angenommen. Etwa 9300 Personen von 68 Ländern waren dieses Jahr vor Ort, davon mehr als die Hälfte Amerikaner, mehr als 1000 Chinesen und 119 Teilnehmende aus der Schweiz. Bemerkenswert im Vergleich zu anderen Konferenzen ist auch, dass fast die Hälfte der Teilnehmenden in der Industrie (bspw. Google oder Facebook) und nicht mehr im Hochschulbereich tätig ist. Etwa 1300 akzeptierte Beiträge wurden in Form von fünfminütigen Vorträgen und/oder Poster präsentiert (http://openaccess.thecvf.com/CVPR2019.py). Auch die Ausstellung mit mehr als 100 Firmen ist mittlerweile beachtlich. In Ergänzung zu den drei Konferenztagen fanden vorgängig an zwei Tagen Workshops und Tutorials statt, davon u.a. folgende drei zu aktuellen IGEO-Forschungsthemen (z.T. Folien verfügbar):
 Image Matching: Local Features and Beyond
• Long-Term Visual Localization under Changing Conditions
• Third Workshop on Computer Vision for AR/VR






Studierende berichten: Exkursion Wasserversorgung Unteres Niederamt

Projektmanagement an einem Praxisbeispiel



Der Bau des Eppenbergtunnels der SBB zwischen Schönenwerd – Gretzenbach erfordert für die Wasserversorgung Unteres Niederamt ein neues Wasserversorgungskonzept. Dabei mussten die Vorgaben des Regionalen Wasserversorgungsplans (RWP) Olten - Gösgen berücksichtigt werden. Zu diesem Zweck wurde die öffentlich-rechtliche Unternehmung (ÖRU) Wasserversorgung unteres Niederamt (WVuN) gegründet. Die durch Jörg Amsler präsidierte WVuN hat die Aufgabe, vorerst die Gemeinden Gretzenbach und Schönenwerd mit Wasser zu versorgen. Ebenfalls ist sie zuständig für den Bau, Betrieb, Unterhalt und Finanzierung der dafür notwendigen Anlagen.
 

Jörg Amsler Präsident ÖRU WVuN und Brunnenmeister Daniel Jetzer vor einem über 50 Jahre einwand- und wartungsfrei gelaufenen Antriebsgenerator

Vor der Exkursion stellte Jörg Amsler das Projekt den Studierenden des 4. Semesters während dem Projektmanagementunterricht genauer vor. Durch den Bau des Eppenbergtunnels geriet das bisher einwandfrei laufende Grundwasserpumpwerk in Konflikt mit dem Westportal des Tunnels und musste stillgelegt werden.




Stillgelegtes Grundwasserpumpwerk Spitzacker

Dies erfordert den Neubau eines Grundwasserpumpwerkes im Aarenfeld nahe dem Kernkraftwerk Gösgen. Der Betrieb des Pumpwerkes erfordert die Ausscheidung der notwendigen Grundwasserschutzzonen mit vorgeschriebenen Bewirtschaftungseinschränkungen. Um trotzdem eine zweckmässige landwirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen, wird eine Landumlegung durchgeführt. Diese soll die Bewirtschaftung erleichtern. In diesem Schritt ist auch der Rückbau nicht mehr benötigter Strassen geplant.

Besichtigung Bauarbeiten und Umgebung Grundwasserpumpwerk Aarenfeld
Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten wurde das Stufenpumpwerk Schachen gebaut, welches das neu erstellte Reservoir Föhren im Bedarfsfall mit Trinkwasser von Aarau speist. Dies ist auch ein wichtiger Schritt zur geplanten Vernetzung der Wasserversorgungen zwischen Aarau und Olten gemäss dem GWP Olten Gösgen.
 
Brunnenmeister Daniel Jetzer erläutert die Funktionen des neuen Stufenpumpwerks
Das neu erstellte Reservoir Föhren ermöglicht dank gleicher Höhe mit einem Reservoir in Niedergösgen auf der nördlichen Seite der Aare einen vereinfachten Wasseraustausch. Der Neubau kommt in einem Waldstück zu liegen und es musste daher eine Ersatzaufforstungsfläche gefunden werden.
 
Neues Reservoir „Föhren“ mit Zonenpumpwerk zur Beschickung des Hochzonenreservoirs „im Bann“
Solche Knackpunkte (Die WVuN besitzt (noch) keine Liegenschaften) wurden durch Jörg Amsler sehr detailliert und nachvollziehbar aufgezeigt. Bei fast jedem der oben erwähnten Bauten wurde ein Interessenskonflikt sichtbar. Diese mussten durch die WVuN gelöst werden.
Während einer eintägigen Exkursion im Unteren Niederamt wurden die Bauten besichtigt. Die nun eher technischen Fragen der Studierenden konnten durch den ebenfalls anwesenden Brunnenmeister anschaulich erklärt werden. Durch die Exkursion wurden die Dimensionen des Reservoirs oder auch das Gebiet der geplanten Landumlegung sichtbar.
Die Präsentation und Exkursion erlaubte uns Studierenden einen spannenden Einblick in ein komplexes Projekt zu gewinnen. Die vielen verschiedenen «Projektpartner» (SBB, Kernkraftwerk, Industrie, Pächter, Anwohner,..) und deren unterschiedlichen Interessen ergaben aus Projektmanagementsicht ein ideales Studienobjekt.

Autor: Simon Fetscher
Fotos: Simon Abächerli
Studierende des Bachelorstudienganges Geomatik im 4. Semester

Studierende berichten: Exkursion Ausbau Nordumfahrung Zürich

Projektmanagement an einem Praxisbeispiel

Infopavillon
Studierende des Bachelorstudiengangs Geomatik beim Infopavillon

Was hat es mit diesem grossen Informations- Würfel in Regensdorf (ZH) neben der Container-Ansammlung der grossen Baustelle der dritten Röhre vom Gubrist auf sich? Genau, es ist der Infopavillon A1 der Nordumfahrung Zürich, welcher sogar auf Google Maps zu finden ist.
Wir, die Klasse G2017 (4. Semester), durften den Infopavillon im Rahmen des Projektmanagements nicht nur von aussen betrachten, sondern konnten die grosse Baustelle im Inneren des Pavillons miterleben. Mit Videos über die Planung, Durchführung bis hin zu weiteren Facts rund um den Bau der dritten Gubrist-Röhre zwischen Affoltern und Weiningen werden Interessierte im Infopavillon mit Informationen gefüttert. Mit mehr als 12 Plakaten und 4 Bildschirmen mit diversen Videos werden alle Gäste in die Nordumfahrung Zürich-Geschichte mit einbezogen. Ein Tunnelbau-Feeling ohne Staub und Dreck, wer hätte das gedacht.


ASTRA als Gesamtprojektleiter des Ausbaus Nordumfahrung Zürich, Vortrag von Paul Meili (Dipl. Bau-Ing. ETH)

Die Studierenden lauschen dem Vortrag von Paul Meili

Die Autobahnen in der Schweiz wurden Stück für Stück von den Kantonen gebaut und nicht im Voraus als gesamtes Netz geplant (z.B. ganze Strecke Basel- Zürich). Jeder Kanton hat verschiedene Teile gebaut, darum gab es verschiedene Probleme, wo Autobahnteile nicht mit den anderen verbunden waren.
Das Autobahnnetz im Raum Zürich zeigte verschiedene Lücken und die bestehende Infrastruktur der Nordumfahrung hatte ihre Belastungsgrenze erreicht (2 zweispurige Streifen, 120‘000 Fahrzeuge pro Tag).
Für den Ausbau der Nordumfahrung Zürich ist das ASTRA der Auftraggeber und übernimmt die Gesamtprojektleitung.
Im Detail wurden folgende Bauprojekte geplant und werden aktuell gebaut:
• Bau der dritten Röhre und im Anschluss Sanierung der zwei bestehenden Röhren des Gubristtunnels.
• Überdeckung der Autobahn in der Nähe des Katzensees (580m)
• Instandsetzung des Stelzen-Tunnels (380m)
• Lärmschutzmassnahmen auf der ganzen Strecke
• Verschiedene Wildkorridore (Tunnel + Überdeckungen)
Gesamtkosten des Projekts: ca. 1.550 Mia. CHF

Messtechnische Überwachung 3. Gubriströhre, Vortrag von Mario Studer, Leiter Ingenieurvermessung, BSF Swissphoto
Der zweite Vortrag wurde von Mario Studer präsentiert

Der zweite Vortrag, den wir geniessen durften, wurde vom Projektleiter Überwachungsmessungen, Mario Studer, präsentiert. Nach einer kurzen Firmenvorstellung der BSF Swissphoto präsentierte er uns ein paar Referenzprojekte u. a. die Bauherrenvermessung des Gotthardbasistunnels und ein Monitoringprojekt beim Hauptbahnhof Berlin. Danach kam er zum Projekt Nordumfahrung. Mario Studer erzählte uns vom Ablauf der Projektausschreibung, über das Vorgehen der Offertbearbeitung- und -kalkulation bis hin zur Projektbearbeitung, den ganzen Ablauf dieses Projektes. Die Leistungen, welche die BSF Swissphoto bei der Nordumfahrung erbringt, sind u. a. Gebäudeüberwachung von angrenzenden Gebäuden, SBB-Gleisüberwachungen sowie Lärm-&Erschütterungsmessungen. Schlussendlich bekamen wir noch einen Einblick in die Echtzeitdaten des Monitorings mit vielen unterschiedlichen Sensoren via dem passwortgeschützten Webportal.

Autoren: Fiona Tiefenbacher, Raphael Hubler, Enea Gentilini
Fotos Simon Abächerli
(Studierende Bachelorstudiengang Geomatik 4. Semester)

Montag, 17. Juni 2019

Eintauchen in die Welt der Geomatik mit dem SwissGeoLab

Vom 12. Februar bis zum 31. Mai 2019 stand das SwissGeoLab – das mobile Labor zum Thema Geomatik in der Schweiz – im Park des FHNW Campus in Muttenz betreut durch das Institut Geomatik. In diesem Zeitraum kamen nicht weniger als 50 Klassen verschiedener Schulstufen und Kantone zu Besuch. Rund 850 Schülerinnen und Schüler sowie 80 Betreuungspersonen wurden beim Erforschen der unterschiedlichsten Aspekte der Geomatik angeleitet und begleitet. Nebst den Experimenten gab auch die Architektur des neuen Campus Muttenz Anlass zum Staunen.
Der SwissGeoLab Container im Park des neuen Campus Muttenz der FHNW
Seit 2016 ist das SwissGeoLab in der gesamten Schweiz unterwegs, um Schülerinnen und Schüler sowie weiteren interessierten Personen die oft etwas ungreifbare Welt der Geomatik näherzubringen. In dem mobilen Labor in der Form eines Baucontainers, wird mittels diverser interaktiver Experimente die Geomatik sowie deren technologische Herausforderungen erfahrbar präsentiert. In Kombination mit dem neuen Campus der FHNW, welcher im August 2018 bezogen wurde, war eine gute Ausgangslage geschaffen um Halbtagesprogramme für Schulklassen im Bereich Geomatik anzubieten. So besuchten bis Ende Mai 50 Klassen aus fünf verschiedenen Kantonen und sämtlichen Schulstufen das SwissGeoLab in Muttenz.
Die Klassen wurden jeweils von zwei Mitarbeitenden des Institut Geomatik im Atrium empfangen und via Lastenaufzug in einen Seminarraum im 10. OG geführt. Auf dem Weg dorthin gab es bereits diverse Fragen zu beantworten. Das Interesse der Schülerinnen und Schüler am Gebäude war gross, zumal die Treppen der ersten drei Stockwerke und der Mitteltrakt – welcher eigentlich eine Brücke ist – nicht alltäglich sind. Dabei kam oftmals der Vergleich mit «Hogwarts», dem Schulhaus aus der Harry-Potter-Filmreihe, auf.
Mit der Frage «Wer weiss was Geomatik ist?» wurde der Halbtag üblicherweise eröffnet. Unweigerlich zeigte sich, was die Initianten des SwissGeoLabs zu dessen Entwicklung motivierte. Oftmals konnten nur einige wenige oder sogar niemand auf diese Frage antworten. Die nachfolgende Einführungspräsentation führte die Klassen in die Geomatik und Experimente ein.
Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit den Experimenten im SwissGeoLab

 In Anschluss tauchten die Schülerinnen und Schüler in die Welt der Geomatik ein um diese hautnah zu erleben. Dazu begab sich die Hälfte der Klasse in das GeoLab. In kleinen Gruppen wurden dort 3D-Portraits erstellt, das Prinzip der satellitengestützten Positionsberechnung erforscht sowie im Sand modellierte Topografien geflutet und entsprechende Massnahmen ergriffen.
Im Klassenzimmer konnten Augmented Reality Apps und historische Tourismusbilder erforscht werden
In der Zwischenzeit beschäftigte sich die andere Hälfte der Klasse im Seminarraum mit Augmented Reality Apps und der Berechnung von Aufnahmestandorten für historische Tourismusbilder. Der Fokus aller Experimente lag vorwiegend auf dem selbständigen Ausprobieren und Erforschen der verschiedenen Experimente und der darin verwendeten Technologien. Genauere Informationen zu den Experimenten sind hier zu finden (https://swissgeolab.ch/de/aktivitaeten/experimente/). Zu den bestehenden Experimenten integrierte das Institut Geomatik mit «Baselland in Zahlen» und LiveMap Switzerland im Bereich der Augmented Reality zwei zusätzliche Experimente. 
Im Anschluss an die Pause mit Erfrischung, widmeten sich die beiden Gruppen in die zweite Hälfte dem jeweils noch unbekannten Teil der Experimente.  Während die Stärkung der Nachmittagsklassen aus Getränken bestand, kamen die Vormittagsklassen zusätzlich in den Genuss von Gipfeli. Insgesamt fanden so rund 500 Gipfeli den Weg in hungrige Mäuler. Die Pause belebte das 10. OG des Campus Muttenz. Aus dem büroähnlichen Stockwerk wurde plötzlich ein lebendiges Schulhaus wie man es von der eigenen Schulzeit her kennt.
Abhängig vom Zeitrahmen und Interesse führten die Leitenden die Besucherinnen und Besucher durch das Gebäude, und die Klassen kamen in den Genuss der weitschweifenden Aussicht auf dem Gebäude oder des Treppensteigens à la Hogwarts.
Rückblickend ist die Zahl von insgesamt rund 930 Besucherinnen und Besucher während dreieinhalb Monaten beeindruckend. Es kamen Schulklassen aus fünf verschiedenen Kantonen (AG, BL, BS, SO, ZH) zu Besuch im SwissGeoLab in Muttenz, wobei mit 37 Klassen eine grosse Mehrheit aus dem Kanton Basel-Landschaft stammte.
Die Verteilung nach Schulstufen zeigt ein ähnliches Bild. Während die Sekundarstufe mit 26 Klassen vertreten war, variiert die Anzahl Klassen aus den anderen sechs Schulstufen zwischen zwei und sieben. Ein Grossteil aller anwesenden Klassen besuchte das SwissGeoLab im Rahmen des Geografie-, MINT- oder Mathematik-Unterrichts.

Links:
https://swissgeolab.ch/
https://swissgeolab.ch/de/aktivitaeten/experimente

Mittwoch, 22. Mai 2019

Studierende berichten: 14. KonGeoS in Dessau

Vom 16.-19.05.2019 hat in Dessau die 14. KonGeoS stattgefunden. Vom Institut Geomatik haben vier Studenten aus dem G4 teilgenommen.
Die Studierenden des IGEOs am KonGeoS
Die KonGeoS ist die Konferenz der GeodäsieStudierenden der deutschsprachigen Hochschulen (Deutschland, Österreich, Schweiz). Als Zusammenschluss von aktuell 24 Fachschaften der Geodäsie ist sie DIE Interessenvertretung der Geodäsiestudierenden an deutschsprachigen Hochschulen und Universitäten. Das Ziel der KonGeoS ist die Vernetzung der Studierenden im Bereich der Geodäsie.
Die Hauptwirkung der Konferenz der Geodäsiestudierenden entfaltet sich auf ihren Treffen. Auf diesen Treffen werden in unterschiedlichen Arbeitsgruppen aktuelle Themen behandelt. Daneben bietet die Konferenz für die Teilnehmer: Fachexkursionen, Fachvorträge und die Möglichkeit zum interkulturellen fachlichen und persönlichen Austausch an.
Diese Treffen werden einmal im Semester von einer der Mitgliedsfachschaften ausgerichtet, welche jeweils zwei Treffen im Voraus von den Teilnehmern (1 Stimme pro Fachschaft) gewählt wird.
Des Weiteren unterhält die KonGeoS einen Stand an der Fachmesse INTERGEO, um so den Kontakt zur Wirtschaft zu pflegen.
 Massiver Stahlnachbau eines grossen Flugzeugs zu Übungszwecken für die Flughafenfeuerwehr


Wir waren in den Arbeitsgruppen Nachwuchs und Studium und Lehre eingeteilt. Beim Nachwuchs wurde besprochen, wie die Nachwuchsgewinnung an den einzelnen Hochschulen und Universitäten umgesetzt wird und wie man die Nachwuchsgewinnung allenfalls noch verbessern kann.
Bei der AG Studium und Lehre wurde die Liste der verschiedenen Bachelor und Masterstudiengänge an den verschiedenen Hochschulen und Universitäten aktualisiert und Neuigkeiten der einzelnen Studiengänge besprochen.
Dieses Mal gab es Fachvorträge unter anderem über Laserscanning, den Umgang mit Geoinformationen auf Verwaltungsebene und der flächenmässigen Auswirkung der Bereinigung des Grundbuchs (durch das jahrhundertelange handschriftliche Übertragen der alten Grundbuchpläne sind Verzerrungen entstanden und die Flächen wären eigentlich grösser). Die Fachexkursionen führten uns zur Flughafenfeuerwehr des Flughafens Leipzig.
Fachexkursion zur Flughafenfeuerwehr des Flughafen Leizig
Am Samstag gab es nach der Vollversammlung noch eine Abschiedsparty mit Live-Band.
Weitere Infos zur KonGeoS gibt es unter www.kongeos.de
Autoren: Raphael Hunziker, Marcus Dietsch, Enea Gentilini, Philipp Brunner, Studenten im 4. Semester Geomatik

Montag, 20. Mai 2019

Studierende berichten: SwissGeoLab




Der auf den ersten Blick unscheinbare Container, der zurzeit am FHNW-Park in Muttenz steht, soll Interessierte über die Geomatik in der Schweiz informieren.
Dazu ist das sogenannte SwissGeoLab, das unter anderem von der ETH und der Swisstopo entwickelt wurde, in der ganzen Schweiz unterwegs und macht die oft etwas ungreifbare Geomatik mit verschiedenen Experimenten hautnah erlebbar.
Was macht ein schwarzer Container am Rande des Campusparkes an der FHNW in Muttenz? Ist es ein provisorisches Büro? Eine Kunstinstallation? Hat jemand seine Ladung verloren? Weit gefehlt, dieser Container beinhaltet das "SwissGeoLab", das mobile Labor der Geomatik in der Schweiz.

SwissGeoLab im Container am Rande des FHNW-Parks in Muttenz


Das Labor wurde 2016 von verschiedenen Hochschulen und dem Bundesamt für Landestopografie Swisstopo entwickelt und soll Geomatik erlebbar machen. Im Labor, das in der ganzen Schweiz unterwegs ist, können Schülerinnen und Schüler mittels verschiedener Experimente die Geomatik hautnah miterleben. Doch auch die breite Öffentlichkeit soll über die Berufsgruppe der Geomatikfachleute informiert werden, zumal diese Berufe und deren Entwicklung teilweise noch wenig bekannt sind.
Hanspeter Handschin, Lehrer an der Berufsschule in Muttenz besucht das GeoLab mit einer Klasse von Zimmerleuten im vierten Lehrjahr. Auf das GeoLab sei er durch den Rektor der Berufsschule gekommen, welcher wiederum direkt von der FHNW über das Angebot informiert wurde.
Reto Stibler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut IGEO, der das SwissGeoLab am Standort Muttenz betreut, begleitet die Klasse, die den Container in zwei Gruppen besucht. Die jeweils andere Hälfte der Klasse kann derweil im Institut unter anderem Anwendungen der augmented reality in der Geomatik bestaunen.
Nach einer kurzen Einführung Stiblers können die Schüler und die eine Schülerin die Experimente im Container einigermassen selbstständig durchführen. Handschin, nicht minder fasziniert als seine Schützlinge, mittendrin.
Im Container werden dabei drei Stationen durchlaufen. Zum einen wird die Fotogrammmetrie erklärt und sehr eindrücklich demonstriert. Mittels mehrerer Bilder eines Schülers, die aus verschiedenen Winkeln aufgenommen werden und durch hochpräzise Passpunkte im Hintergrund kann ein 3D-Bild des jungen Mannes erstellt werden. Diese Technologie findet auch in der Geländeaufnahme beispielsweise zur Erstellung von Landkarten ihren Einsatz. Dort werden die Fotografien aus der Luft gemacht und die Passpunkte am Boden vorgängig vermessen. Doch auch die Gaming-Industrie verwendet seit Jahren diese Errungenschaften.
 




Aus normalen Bildern entsteht mittels Passpunkten und entsprechender Software ein 3D-Bild


Eine weitere Station erklärt auf einfache aber sehr einleuchtende Weise das Funktionsprinzip von GPS. Laut den Zimmerleuten eine ihnen bekannte und täglich genutzte Technologie, dennoch war ihnen das Prinzip fast gänzlich unbekannt. Mittels kleiner Bandmasse als «Satelliten» über einer Reliefkarte können die Besuchenden gut nachvollziehen, wie GPS grundsätzlich funktioniert: Dank Satelliten, deren Position bekannt ist und die Messsignale aussenden, kann die Position eines entsprechenden Empfängers relativ genau bestimmt werden. GPS wird zum Beispiel zur Navigation in Autonavigationsgeräten verwendet, aber auch in der Vermessung professionell genutzt.
 
Stibler erklärt am Modell die Funktionsweise von GPS


Die dritte und gemäss Stibler wohl beliebtesten Station beinhaltet einen Sandkasten, in dem Geländemodelle erstellt werden können. Eine Kombination aus Scanner, Beamer und der entsprechenden Software nimmt das Gelände auf, wertet es live aus und projiziert die errechneten Höhenlinien des Geländes direkt auf den Sand. Weiter kann man es «regnen» lassen, also digitale Regengüsse simulieren. Auf dem Geländemodell kann man dann direkt projiziert sehen, wie sich das Wasser im entsprechenden Gebiet verhalten, also beispielsweise abfliessen würde. Diese Technologie findet in der Katastrophenprävention Anwendung, wo zum Beispiel geplant wird, wie sich allfällige Hochwasser verhalten könnten.
 
Sandkasten zur Geländemodellierung. In Blau die simulierten Wassermassen

Die Rückmeldungen der jungen Leute während und nach den Experimenten sind durchaus positiv. Nebst völlig neuen Erkenntnissen zur Geomatik sei der Ausflug auch eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag und den momentanen Prüfungsvorbereitungen zur Lehrabschlussprüfung. Viele von Ihnen waren vorher noch nie so direkt in Berührung mit der Geomatik gekommen, obwohl die Technologien und Anwendungen zum Teil bekannt waren. Mit der Vermessung auf den Baustellen hätten sie wohl hin und wieder zu tun, nicht aber mit Fotogrammmetrie oder Geländemodellierung, so ein Schüler.
Auch Handschin ist vom Besuch des GeoLabs überzeugt, ihn fasziniere und interessiere die Geomatik und die dabei angewendeten Technologien seit längerem. Auch für ihn sei der Ausflug eine gute Alternative zum gewohnten lehren an der Berufsschule.
Die positiven Rückmeldungen fänden sich gemäss Stibler bei den allermeisten der besuchenden Schulklassen wieder. Ob Primar- Sekundar- oder eben Berufsschulklassen, quasi alle seien begeistert vom GeoLab. Auch er selbst ist überzeugt vom Projekt. Es sei mal was anderes, etwas Abwechslung und durchaus eine sinnvolle Art auf die Geomatik aufmerksam zu machen. Sein Lieblingsexperiment sei übrigens das der Fotogrammmetrie, wenn auch das Sandkastenexperiment sonst den besten Anklang fände.
Das mobile Labor bleibt noch bis Ende Mai an der FHNW in Muttenz, danach zieht es weiter um anderswo auf die Geomatik in der Schweiz aufmerksam zu machen.
Autor: Matthias Steiner, Geomatik Student im 2. Semester 

Tag der offenen Tür am Campus Muttenz

Zu tausenden strömten Jung und Alt am Samstag, den 11. Mai 2019 zum neuen FHNW Campus Muttenz, der seine Türen für die gesamte Bevölkerung öffnete. Einerseits ging es darum das einzigartige und spektakuläre Gebäude zu zeigen und andererseits das Tun und Wirken dieser Bildungsinstitution mit Ausstellungen, Führungen, interaktiven Angeboten, Workshops, Referaten und Filmprogrammen zu präsentieren und erfahrbar zu machen. Alle fünf Hochschulen und die Services engagierten sich mit Ihren Instituten an diesem Grossanlass, so auch unser Institut der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik.
Satellitenmesstechnik, Tachymetrie und Scanning auf dem Dach des Campus Muttenz
Das Institut Geomatik war mit etlichen informativen, interaktiven und demonstrativen Attraktionen rund um das Thema Geomatik vertreten. Zu besichtigen und zu erleben waren das Swiss Geo-Lab, Geomatik in der Leichtathletik, eine Führung auf das Dach des Campus mit Demos zur geodätischen Messtechnik, Augmented Reality, Altersatlas, Drohnen-Fernerkundung sowie ein Mini-Referat zum Thema: Wo bin ich? Technologien der Standortbestimmung.
Drohnen, Virtuel Reality und Fernerkundung zog viele Interessierte an
Geomatik in der Leichtathletik – Distanzen schätzen, selber messen und Preise gewinnen

Das Interesse an den Themen der Geomatik war gross. Waren doch die Stände, welche von 10 bis 16 Uhr von den 14 Mitarbeitenden und 17 Studierenden betreut wurden, permanent von Interessierten belagert. Am Abend startete anschliessend die grosse Party, wo mit kulinarischen Köstlichkeiten und musikalischen Darbietungen dieser gelungene Tag der offenen Tür gefeiert wurde. An dieser Stelle sei allen Mitarbeitenden und Studierenden gedankt, die sich für diesen Anlass eingesetzt haben und das spannende Berufsfeld der Geomatik auf diese Art und Weise präsentierten.
Party-Time - Ira May & Band in Aktion

Mittwoch, 15. Mai 2019

Studierende berichten: Messpraktikum – Auf Draht sein mit der 1-Personen-Tachymetrie

Die Aufnahme von digitalen Geländemodellen hat sich in den letzten Jahren durch die Robotik Technologie revolutioniert. Durch die 1-Personen-Tachymetrie lassen sich Arbeitsabläufe auf dem Feld effizienter und kostengünstiger gestalten. Im Rahmen eines messtechnischen Praktikums vertieften 13 Studierende aus dem 2. Semester des Bachelor-Studiengangs Geomatik an der FHNW ihr Wissen und Können im Bereich dieser modernen Technologie.
Um die Aufnahmegrundsätze für das Erstellen eines digitalen Geländemodells kennen zu lernen, tauschten 13 Studierende mit ihren Betreuungspersonen für einmal den Hörsaal gegen Wanderschuhe. Das Praktikum im Fach Geodätische Messtechnik fand ausnahmsweise nicht auf dem Campus-Areal statt. Stattdessen ging es mit dem Auto in Richtung Passwang zum Vogelberg. Der beliebte Ausflugsberg im Kanton Solothurn nahe der Kantonsgrenze zu Baselland bot für das Praktikum perfekte Voraussetzungen.



Bei perfekten Bedingungen wurde mit dem Leica Nova MS60 ein digitales Geländemodell aufgenommen (Bild Simon Abächerli)

Bei bestem Frühlingswetter starteten die Studierenden in den Arbeitstag. In mehreren Gruppen ging es darum, in der idyllischen und hügeligen Gegend ein digitales Terrain-Modell zu erstellen. Dabei standen mehrere Leica Nova MS60 als Arbeitswerkzeuge zur Verfügung. Der Schwerpunkt lag aber nicht bei der Aufnahme, sondern bei der Vertiefung und Beherrschung eines «1-Personen-Tachymetrie-Systems».
Moderne High End-Totalstationen mit motorisierten Achsen sind oft mit Systemen zur automatischen Zielerfassung und Zielverfolgung ausgestattet. Die Totalstationen lassen sich dadurch alleine per Feld-Controller und 360-Grad Prisma steuern. Die Technologie verdoppelt für viele simple Messaufgaben die Produktivität vor Ort, da keine zwei Personen mehr erforderlich sind.

Dank Feld-Controller und 360-Grad Prisma – Moderne High End-Totalstationen lassen sich per 1-Personen-Tachymetrie steuern (Bild Daniel Cadonau)
Die Praktikumsleiter David Grimm und Reto Stibler standen den Teilnehmenden mit Rat und Tat zur Seite. Eifrig wurden alle verfügbaren Messfunktionen in dem überragenden Instrument ausprobiert. Ein grosser Teil der Studierenden war bereits mit den Leica Robotic Totalstationen vertraut. Trotzdem fand man immer wieder weitere Einstellungen und Gadgets um den Arbeitsfluss zu optimieren.

Nach der getanen Arbeit stand am Nachmittag der gesellige Teil auf der Tagesordnung. Bei einem nahen Grillplatz offerierte das Institut ein einfaches aber feines Mittagessen, welches allen Studierenden ein Lachen ins Gesicht zauberte.


Beim Mittagessen ging es um die Wurst! (Bild Simon Abächerli)

Mit einem Rucksack reich an Erfahrungen kehrten die Teilnehmenden am frühen Abend nach Muttenz zurück. Neben müden Beinen und sonnenverbrannten Gesichtern brachten die Studierenden auch neues, handfestes Wissen mit nach Hause. Das Potenzial von Robotik-Systemen ist in der ganzen Volkswirtschaft immens. Auch in der Vermessungsbranche bietet die Ein-Personen-Tachymetrie ein ganz neues Erlebnis im Bereich der Mess-Technologie. Durch den Fortschritt lässt sich effizient Zeit und Kosten sparen – die zwei wohl wichtigsten Ressourcen unserer sich ständig und immer schneller verändernden Welt.
Autor: Silvan Glaus, Student Geomatik im 2. Semester

Montag, 6. Mai 2019

Studierende berichten: Geomatik studieren an der FHNW – mehr als nur Büffeln und Stress?

Seit letztem Herbst befindet sich das Institut Geomatik IGEO im neu erbauten Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Muttenz. Die neue Studienumgebung wirkt einladend und verhilft zu einem angenehmen, entspannten Alltag während den drei Jahren voller Prüfungen und Vorlesungen bis zum lang ersehnten Bachelor Diplom.
Der neue Campus ragt über Muttenz, nicht nur von Innen schön anzusehen
Fünf Minuten zu Fuss vom Bahnhof Muttenz entfernt, ragt ein über 60 Meter hoher Quader mit der Aufschrift «n|w» in die Höhe. Er ist das neue Zuhause für rund 4000 Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen. Auch das Institut für Geomatik bezog letzten Herbst unweit vom alten, vertrauten Standort, seine neue Bleibe im Campus.
Südöstlich des Gebäudes liegt ein grossflächiger, grüner Campus Park, welcher an sonnigen Tagen so manch einen zum Verweilen einlädt. Der attraktiv gestaltete Park sorgt mit vielen Bäumen, Bänken und Grünflächen für herrliche Entspannung und bietet eine ideale Abwechslung zu knackigen Vorlesungen. Dort sind im Gespräch über den Mittag oder nach dem Unterricht bei einem nicht näher definierten kühlen Getränk schon so einige spannende Geschichten entstanden.

Ein grossflächiger Campus Park lädt manch einen zum Verweilen ein
Für Sportfanatiker und sonstige Bewegungskünstler bietet das Sportangebot der FHNW ein idealer Ausgleich zum Studienalltag und lockt mit einer breiten und vielfältigen Auswahl Studenten aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen an. Das Angebot richtet sich an Anfänger bis Fortgeschrittene und umfasst neben klassischen Sportarten, wie Fussball, auch eher unkonventionelle Aktivitäten, in denen es sich aber auf jeden Fall lohnt, mal einen Blick zu riskieren. Wichtig ist nur, am richtigen Treffpunkt zu erscheinen. Andernfalls erfährt man am anderen Tag, wie gewisse Studierende, dass man an einem völlig fremden Kurs teilgenommen hat.
Der Hochschulsport ist die Gelegenheit, um auch ausserhalb seines Instituts neue Bekanntschaften knüpfen zu können und sorgt dafür, fit und mit viel Schwung und Elan durchs Semester zu kommen.

Um nicht nur körperlich fit, sondern auch um gut genährt und gestärkt die intensiven Vorlesungen meistern zu können, steht eine Mensa mit feinen Gerichten zur Verfügung. So kann täglich zwischen einem Fleisch- und einem vegetarischen Menu ausgewählt werden. Die Mensa steht für eine qualitativ hochstehende und preiswerte Küche und sorgt für eine abwechslungsreiche Ernährung. Für Sparfüchse oder sonstige Geizhälse steht zudem täglich ein Budget-Menu zur Verfügung, welches mit sieben Franken um CHF 1.50 billiger ist als die anderen Menus. Hochgerechnet auf eine Woche könnte somit bereits ein Essen der nächsten Woche bezahlt werden. In einigen Fällen werden die gesparten Taler jedoch am Donnerstagabend anderweitig investiert. Weitere Details dazu, erfährst Du gerne von den Studierenden persönlich. Das aktuelle Essensangebot einer Woche ist jeweils ab Montagmorgen in der Campus App aufgeschaltet, man munkelt sogar, diese werde hauptsächlich aus diesem Grund benützt.

Die CUBE Lounge – der “Place to be” für ein gemütliches Kaffee und viele interessante Gespräche.
Im 12ten und obersten Stock des Gebäudes befindet sich die CUBE Lounge, welche eine hervorragende Aussicht auf die Umgebung von Basel gewährt. In einem gemütlichen Sessel oder draussen auf der Dachterrasse lässt es sich herrlich einen feinen Kaffee geniessen. Im Weiteren stehen kleine Snacks zur Verfügung, sei dies als Frühstück, Mittagessen oder Dessert, mit welchen man sich verköstigen kann. Das stets freundliche Personal ist jeweils von 09:00 bis 19:00 Uhr in der Lounge anzutreffen. Dies erlaubt einem, auch noch nach einem strengen Tag gemeinsam bei schöner Aussicht anzustossen.

Im Erdgeschoss des Campus befindet sich ein kleiner Coop, wo man sich mit den nötigsten Nahrungsmitteln eindecken kann. Für Wählerische ist auch hier über den Mittag ein reichliches Angebot an warmen Speisen zu finden.
Viele tolle Angebote rundum machen den Studienalltag einfacher und sorgen für eine angenehme Stimmung. Geomatik studieren an der FHNW ist also wirklich mehr als nur Büffeln und Stress. Der neue Campus bietet hierfür ideale Gelegenheiten, den Zusammenhalt unter Studierenden zu stärken.

Autor: Pascal Salathé, Student Geomatik im 2. Semester

Montag, 29. April 2019

Weiterbildungsprojekt in Kolumbien - Erste Reise nach Bogota

 
Im Rahmen des SECO finanzierten IGEO Projektes zum Aufbau eines Weiterbildungsangebotes im Thema Land Administration in Kolumbien fand vom 1. bis zum 8. April eine erste Reise nach Bogota statt. Ziel der Reise war es, die voridentifizierten, möglichen Partnerinstitutionen persönlich zu besuchen, um basierend auf dem direkten Austausch eine Entscheidung bezüglich den definitiven Umsetzungspartnern treffen zu können.
Sitzung von Prof. Stephan Nebiker und Lorenz Jenni mit Dr. Raúl Joya, Direktor des astronomischen Observatoriums der Universität Sergio Arboleda
Von Seite des IGEO nahmen der Institutsleiter Prof. Stephan Nebiker sowie Lorenz Jenni an den Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Universität Distrital José Francisco de Caldas, der Universität Sergio Arboleda und dem Nationalen Geographischen Institut IGAC teil. Ebenso fanden Sitzungen bei der SECO Vertretung sowie dem durch die Firma BSF Swissphoto durchgeführten Projekt zur Modernisierung der Land Administration in Kolumbien statt.
Besprechung bei den Projektleitern von Proadmintierra (Kaspar Eggenberger und Daniel Casalprim, BSF Swissphoto)


Nebst allgemeinen Informationen zur FHNW und dem IGEO sowie einer Auswahl aktueller Forschungsprojekte des Instituts wurde das Konzept für die Umsetzung des Weiterbildungsprojekts präsentiert. Von allen kolumbianischen Beteiligten wurde dabei die hohe Relevanz der Projektziele vor allem vor dem Hintergrund der Einführung eines neuen landesweiten Mehrzweckkatasters bestätigt.
Besichtigung der Installationen in der Universidad Distrital José Francisco Caldas mit den Professorinnen und Professoren der Fakultät für Ingenieurswesen

Donnerstag, 18. April 2019

Im Untergrund von Aarau – 3D-Erfassung und Visualisierung der Meyerschen Stollen

Kevin Hilfiker, Geomatikingenieur bei Ackermann + Wernli AG, präsentierte am dritten Frühlingskolloquium die 3D-Erfassung der Meyerschen Stollen im Untergrund von Aarau unter erschwerten Bedingungen. Neben zahlreichen Sicherheitsmassnahmen und guter Ausrüstung waren einige kreative und unkonventionelle messtechnische Lösungen notwendig, um die Messkampagnen zum Erfolg zu führen. Aus den resultierenden bereinigten TLS-Punktwolken wurden weitere Produkte, wie Grundrisse und Schnitte gemäss den Bedürfnissen der Auftraggeber abgeleitet. Mit den ebenfalls erfassten 360°-Panoramaaufnahmen wurde ein virtueller Stollenrundgang realisiert.

Kevin Hilfiker, Geomatikingenieur bei Ackermann + Wernli AG präsentiert die 3D-Erfassung und Visualisierung der Meyerschen Stollen
Beim dritten Frühlingskolloquium des Instituts Geomatik der FHNW am 16. April 2019 führte Kevin Hilfiker (Geomatikingenieur bei Ackermann + Wernli AG) die Anwesenden thematisch zu den Meyerschen Stollen in den Untergrund von Aarau. Das über 200 Jahre alte Baudenkmal wurde ursprünglich von Johann Rudolf Meyer, Sohn in Auftrag gegeben, um einerseits sein Grundstück zu entwässern und andererseits die Frischwasserzufuhr für seine Seidenfärberei zu gewährleisten. Damals wurden ebenfalls mit unterirdischen Wasserrädern und Turbinen Energie für die Seidenbandfabrik erzeugt.

In den Jahren 1996 bis 2000 erfolgte eine Grundlagenvermessung der Meyerschen Stollen durch Ackermann + Wernli AG. Sie umfasste ein unterirdisches Fixpunktnetz in Lage und Höhe, eine Grundrissaufnahme, Längs- und Querprofile, sowie eine Fotodokumentation.
2015 erfassten Geomatikstudierende im Rahmen des 3D-Blockkurses einen Teilbereich der Meyerschen Stollen nördlich vom Bahnhof Aarau dreidimensional mit Laserscanning und Bildpanoramen. Kevin Hilfiker hatte damals als wissenschaftlicher Mitarbeiter, gemeinsam mit dem erfahrenen Höhlenforscher und Geomatikingenieur Yvo Weidmann, die Leitung der abenteuerlichen und nicht ganz ungefährlichen Messkampagne. In den teilweise mit Wasser und Schlamm gefüllten Stollen herrschten enge Platzverhältnisse, wobei einige Bereiche nur kniend oder gar kriechend erreichbar waren. Bilder und Videos von der Kampagne zeigten die Verhältnisse und die «zusätzlichen» Anforderungen an Mensch und Instrumentarium eindrücklich auf.

Wechsel der TLS-Stationierung unter erschwerten Bedingungen
Die engen Stollen bedingten auch messtechnisch unkonventionelle Lösungen; für die TLS-Stationierungen (Faro Focus3D X 330) kamen selbstentwickelte Spriessstative zum Einsatz und Styroporkugeln aus dem Baumarkt dienten als zusätzliche Targets von Pass- und Verknüpfungspunkten. Nach der Messkampagne resultierten lokale Genauigkeiten im Zentimeterbereich und absolute Genauigkeiten im Subdezimeterbereich. Die Aufnahmen wurden auf das bestehende Fixpunktnetz der Grundlagenvermessung gelagert. Die Ergebnisse des 3D-Blockkurses waren einerseits eine bereinigte Gesamtpunktwolke der Meyerschen Stollen, woraus weitere Produkte, wie Grundrisse und Schnitte abgeleitet werden konnten. Andererseits wurden mit den ebenfalls erfassten Panoramabildern ein virtueller 360°-Stollenrundgang als Webanwendung realisiert.
Ansicht der bereinigten und segmentierten 3D-Punktwolke der Meyerschen Stollen
Durch das geplante Neubauprojekt des WSB-Bahnhofs wurden letztes Jahr zusätzliche 3D-Aufnahmen in anderen Teilbereichen der Meyerschen Stollen notwendig. Um das Kulturdenkmal vor der Zerstörung durch die geplanten Bauarbeiten zu bewahren, mussten die Deckenhöhen des Stollenwerks vorgängig zentimetergenau bestimmt werden. Diesmal erfolgten die Aufnahmen durch Ackermann + Wernli AG. Es konnte auf die Erfahrungen des 3D-Blockkurses aufgebaut werden. Die Aufnahmen erfolgten mit dem TLS Leica BLK360. Für die Aufnahme wurde eine geringere Scanauflösung gewählt, um die Datenmenge und damit einhergehend auch die Aufnahme- und Auswertezeit zu reduzieren. Im Gegenzug mussten grössere Styroporkugeln als Targets eingesetzt werden.







Montag, 15. April 2019

Studierende berichten: Austausch HTW Dresden vom 7 bis 14. April 2019

Panoramabild von Dresden



Mit zwischenzeitlicher Verspätung der DB kamen wir letztendlich doch pünktlich am Sonntagabend in Dresden an, wo wir von zwei Vertretern der Fachschaft empfangen und zu unserer Unterkunft gebracht wurden. Nach einem ausgiebigen Frühstück startete dann am nächsten Morgen das offizielle Programm mit einem Besuch beim Dekan der Fakultät für Geoinformation und einer Führung über den Campus der HTW (Hochschule für Technik und Wirtschaft) Dresden. Nachmittags machten wir zusammen mit dem 4. Semester eine Übung zur Georeferenzierung von VHR-Satellitenbildern (IKONOS-2) und konnten uns auch zum ersten Mal mit den Studierenden austauschen. Am Abend bekamen wir dann noch ein kleine Führung durch die Altstadt von Dresden, wo wir nicht nur die nach der Bombardierung wiederaufgebauten historischen Gebäude sahen, sondern auch zwei Demonstrationen live mitbekamen und uns noch Currywurst in diversen Schärfengraden gönnten.
Am nächsten Morgen bekamen wir Einblick in die verschiedenen Einrichtungen der HTW zur Prüfung und Kalibrierung von EDM-Geräten und Laserscannern, mit denen die Hochschule auch Dienstleistungen für Dritte anbietet. Am Nachmittag «fluteten» wir, wie bereits in Muttenz, einen fiktiven Stausee (Rasterdatenanalyse mit GRASS GIS), rechneten Sichtbarkeitsanalysen, ermittelten Höhenlinien etc. Am Abend wurden wir zum letzten Vortrag der Wintervortragsreihe der HTW zum Thema «Flurbereinigungsschlussvermessung unter Anwendung von Fernerkundungsmethodiken am Beispiel des Verfahrens Wagersrott» eingeladen. Dort erfuhren wir z.B. was ein «Knick» ist und wie aus Laserscanning- und Photogrammetriedaten von einer Befliegung mittels Gyrokopter Flurstücksgrenzen ermittelt werden können. Zum Abschluss dieses Tages gönnten wir uns dann noch jeweils eine überdimensionale Pizza (empirisch bestimmter Durchmesser mittels Fingerspannweite: 50 cm).


Trimble im Fokus

Am Mittwochmorgen bekamen wir einen Einblick in die Vermessungsarbeiten mit Trimble-Tachymetern. Nach einer hilfreichen Instruktion in die Trimble-Bedienoberfläche starteten wir die praktischen Arbeiten auf dem Campus, wo wir mit dem Trimble S8 verschiedene Abläufe durchspielten (freie Stationierung, Stationierung plus, Messung von Richtungssätzen, Absteckung etc.). Nachmittags besuchten wir dann ein Praktikum des 6. Semesters zur 3D-Modellierung mit der Software Revit (Familieneditor) und erhielten auch noch eine kurze Einführung in die BIM-Thematik. Am Abend schafften wir es dann auch auf die andere Elbseite in die Dresdner Neustadt und kehrten in einer tschechischen Bierstube ein mit dem vielversprechenden Werbespruch: «Mácht nix słánk, áber satt!»
 
Messpraktikum
Am nächsten Morgen starteten wir zeitig um 8 Uhr früh mit einem messtechnischen Praktikum. Koordinatenmässig unbekannten Start- und Endpunkte einer 700m langen «Leitung» mussten mittels polarem Anhängen verbunden werden und dann 2 Punkte auf der Geraden abgesteckt werden. Je Gruppe kamen unterschiedliche Ingenieurtachymeter zum Einsatz (z.B. Trimble S8, Leica-Geräte der 1200-Serie) und die anschliessende Kontrolle erfolgte mit GNSS-Empfängern. Wir vier waren alle unterschiedlichen Gruppen zugeteilt und konnten uns in diversen Rollen von Messgehilfe bis Kampagnenleiter nützlich machen… Ausserplanmässig entschieden wir uns dann auch noch am Nachmittag die Vorlesungen des 4. Semesters zu besuchen: «Grundlagen Ingenieurbau» und anschliessend «Landmanagement». Unser wohlverdientes Feierabendbier gönnten wir uns dann in der «Zapfanstalt» in der Dresdner Neustadt, wo nach und nach auch zahlreiche Geomatik-Studenten und auch vereinzelt Studentinnen zu uns stiessen und wir schliesslich in einer Billard-Bar landeten.
Wie funktioniert die hydrostatische Höhenbestimmung? – das erfuhren wir am späten Vormittag des Freitags. Nun wissen auch wir wie man eine Schlauchwaage bedient – mit viel Geduld, Fingerspitzengefühl und einem guten Auge... Im gleichen Lehrgebiet des 6. Semesters («Ingenieurvermessung») stand dann am Nachmittag noch die Netzplanung für die Deformationsmessung einer Staumauer auf dem Programm. Die Netzoptimierung nahmen wir mit Hilfe der Ausgleichungssoftware JAG3D (Java Applied Geodesy) vor – so lernten wir noch eine interessante Open-Source-Alternative zu LTOP kennen.
Da wir erst am Sonntag zurückfuhren hatten wir noch den ganzen «Sonnabend» Zeit um Dresden zu erkunden: Wir fuhren erst zum «Blauen Wunder» (Elbbrücke) und dann mit einer über 100jährigen Schwebebahn auf einen Aussichtspunkt in Löschwitz: Dort hatten wir einen super Überblick über Dresden und das Elbtal, das sogar von einigen Hügelketten umgeben ist – sogar die «Sächsische Schweiz» ist nicht weit. Weiter ging es dann noch zum Schloss Pillnitz, wo wir durch den Schlosspark spazierten, dessen geometrische Formen sich in unserem Praktikum am Montag bereits gut als Passpunkte für die Georeferenzierung bewährt hatten. Auf der Elbseite des Schlosses stiessen wir dann auch noch auf die Markierung der Hochwasser von 2002 und 2013.

Ausflug nach Pillnitz
Passend zu unserer Abreise am Sonntag regnete es dann – trotzdem wären wir gerne noch länger geblieben: Uns hat der Aufenthalt in Dresden sehr gut gefallen!

Autorin und Autoren: Simon, Marius, Marcus und Eva: Bachelorstudierende im 4. Semester

Montag, 8. April 2019

Studierende berichten: (k)ein Plan von Geomatik?

«Geomatik? Keine Ahnung was das ist!» Eine Antwort, die ich gefühlt schon tausend Mal gehört habe, wenn ich erzähle was ich beruflich mache. Für mich unverständlich, denn Jedermann und Frau kommt mehrmals täglich mit dem Thema Geomatik in Berührung.

Du hast kein Plan was Geomatik ist? Ein Geomatiker macht genau das: Er macht Pläne und das in ganz verschiedenen Facetten. Das dir die Geomatik schon längst begegnet ist wirst du bald selbst an deinem Tagesablauf merken.
Schon wenn du gemütlich beim Frühstück sitzt hast du deine erste Begegnung des Tages mit der Geomatik. Denn dein Müesli wurde vermutlich mit einem Lastwagen oder vielleicht Schiff in deine Migros transportiert. Was hat das mit Geomatik zu tun? Eine ganze Menge, denn heute wird die ganze Logistik mithilfe von Geoinformationssystemen geplant und überwacht. Falls ein Wirbelsturm die Schiffe zwingt im Hafen zu bleiben, werden die Güter auf einen anderen Weg umgeleitet und zu dir gebracht.
Wenn du dann deine Zähne vom Müesli befreist und dir die Zähne putzt, wo fliesst dann das Abwasser durch? Irgendwo im Boden verlaufen Rohre mit deinem Zahnpasta-Abwasser darin, diese Leitungen werden eingemessen und in einem Plan eingetragen, damit man bei einem Schaden die Leitungen auch wiederfindet.
Bei der Fahrt ins Büro gibt es sogar gleich mehrere Geomatik-Begegnungen! Denn alles was mit Navigation zu tun hat, wie komme ich von A nach B, hat mit Geomatik zu tun. Die Daten für dein Navi werden von Geomatikern erfasst und die Berechnungen deiner Routen gleich mit. Wenn du jetzt denkst: «Ja also den Weg ins Büro kenne ich im Schlaf, da brauche ich kein Navi.» Ich nehme einmal an du fährst auf einer Strasse, tja auch beim Bau dieser Strasse haben Geomatiker mitgeholfen. Geomatiker planen, vermessen und überwachen auch Strassen.




Während der Arbeit ist es dir vielleicht einmal langweilig und du träumst von deinem Traumhaus. Du schaust dir Grundstücke und Häuser an. Spätestens wenn du dir dein eigenes Haus kaufst oder sogar noch baust, bekommst du es mit Geomatikern zu tun. Denn auch der Grund und Boden wird von Geomatikern eingemessen und der Grundbuchplan wird von ihnen sogar noch verwaltet. Falls du dir kein Haus leisten kannst, dann träumst du vielleicht schon von deiner geplanten Wanderung am Wochenende. Warte da gibt es doch dieses grossartige App? Da kann man Wanderwege ausdrucken und man sieht sogar noch die Höhenmeter! Genial gemacht von: Geomatikern.

 Okay, langsam aber sicher hast du genug vom Thema Geomatik. Leider ist dein Tag noch nicht fertig. Du musst nämlich noch schnell einen Salat beim Hofladen einkaufen. Damit der Salat und alle anderen Pflanzen, die der Bauer anbaut gedeihen, muss der Bauer seine Felder im Griff haben. Die Fruchtfolge plant und verwaltet er mithilfe eines Geoinformationssystems. Geomatik ist sogar noch ökologisch.
Spät am Abend hast du dann noch Lust einen Film zu schauen, einen Animationsfilm wäre doch toll? Damit die Animationen im Film möglichst realitätsgenau dargestellt werden können, hilft die Geomatik mit. And the Oscars goes to…
22:00 Uhr und du gehst todmüde ins Bett. Ich glaube das geht ohne Geomatik, aber vielleicht träumst du von der Geomatik. ;-)


Autorin& Bilder: Ramona Hallauer, Studentin im 2. Semester