Freitag, 27. September 2019

Über die Inklusion von Mädchen und Frauen in die MINT-Fachbereiche: das Geomatik-Herbstkolloquium vom 24. September

Am 24. September eröffnete die Informatikerin und Bildungswissenschaftlerin Prof. Isabelle Collet von der Uni Genf die IGEO-Herbstkolloquien-Serie mit einer inspirierenden Intervention zum Thema «Inklusion von Mädchen und Frauen in die Informatik». Sie sprach über die Ursachen der Maskulinisierung von IT-Berufen, aber auch über wirkungsvolle Massnahmen, um den Frauen-Anteil in Ingenieurstudiengängen zu erhöhen.
Mit Zahlen und Erkenntnissen aus der bildungswissenschaftlichen Forschung zeigte Prof. Collet eindrücklich, wie tief gesellschaftlich vorgegebene Geschlechterbilder in unser Denken und unsere Sprache eingreifen und wie sie letztlich unser Handeln beeinflussen. Interessanterweise ist die Maskulinisierung der IT-Berufe ein Phänomen, das besonders westliche Kulturen betrifft. Auch in der Schweiz beträgt der Anteil Studentinnen beim Informatik-Studieneintritt kaum mehr als 15% (in anderen Ingenieur-Studienrichtungen, wie Elektrotechnik oder Maschinenbau, liegt er sogar noch tiefer).
Welch merkwürdige Blüten die gesellschaftliche Gendrifizierung verschiedener Fachbereiche treibt, machten Collets Beispiele aus der Spielzeugindustrie deutlich. Sie regten zum Schmunzeln an und stimmten gleichzeitig nachdenklich: Barbie’s «I Can Be a Computer Engineer», beispielsweise, ist die Begleitgeschichte zur Barbie Computer Scientist-Figur, die – ganz in Pink gestylt – ein Computer Spiel designt, dessen Programmierung aber zwei männliche Kollegen für sie übernehmen.
Dabei war das Software Engineering in den Anfängen der Computerisierung ein durchaus weiblich besetztes Fachgebiet, wie Prof. Collet am Beispiel von Margaret Hamilton (Abb. 1) illustrierte: Margaret Hamilton entwickelte die on-board Flugsoftware zur Hardware der Apollo 11. Die Software verhinderte drei Minuten vor der Mondlandung deren Abbruch. Wie Frauen danach, seit den 80er-Jahren, zunehmend aus diesem Fachgebiet verdrängt wurden, beschreibt sie auch in ihrem jüngsten Buch «Les oubliées du numérique».
Collet zeigte aber auch ermutigende Beispiele aus den USA und Norwegen, die belegen, dass die Inklusion junger Frauen in die MINT-Fachbereiche trotz allem auch zum Zeitpunkt der Studienwahl auf der Hochschulstufe noch gelingen kann: Dort haben einzelne Vorreiter-Universitäten innerhalb weniger Jahre die Unterrepräsentation weiblicher Studierender in der Informatik mit breit angelegten Massnahmen überwunden.
(Mehr Literatur von Isabelle Collet zum Thema ist hier zu finden)
Abb. 1: Margaret Hamilton neben den Ausdrucken der Apollo-Flugsoftware (Quelle: Draper Laboratory; restored by Adam Cuerden, https://de.wikipedia.org/wiki/Margaret_Hamilton_(Wissenschaftlerin)#/media/Datei:Margaret_Hamilton_-_restoration.jpg)

Donnerstag, 19. September 2019

Semesterstart 16. September 2019 im Bsc und MSE Geomatik

Am Montag 16. September hat die FHNW insgesamt 4138 neue Studierende an ihren verschiedenen Standorten begrüsst, welche ihre Ausbildung in einem Bachelor- oder Masterstudiengang begonnen haben.
Am Institut Geomatik der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik haben 34 Neueintretende den Bachelor-Studiengang in Geomatik und 5 Neueintretende den Master-Studiengang in Geomatik in Angriff genommen. Ebenfalls begrüsst wurden alle Studierenden der oberen Semester, welche ihr Studium am Campus Muttenz der FHNW fortsetzen.
Begrüssung der Neueintretenden BSc und MSE Studierenden an der HABG
Die neuen Studierenden haben ihr Studium mit einem Einführungstag begonnen. Alle Studienrichtungen der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik wurden gemeinsam vom Direktor der Hochschule Ruedi Hofer begrüsst.
Die neuen Studierenden beim Rundgang im Campus Muttenz
Nach vier Referaten, welche die fachspezifischen Herausforderungen beim Bau des Campus Muttenz erläuterten, bestand die Möglichkeit zu einem Rundgang im Gebäude. Anschliessend fand das gemeinsame Mittagessen im Freien statt. Am Nachmittag ging es mit den studiengangspezifischen Informationen weiter.
Die Studierenden im Master of Science FHNW in Engineering MSE an der HABG
Wir heissen die neueintretenden Bachelor- und Masterstudierenden herzlich willkommen und wünschen ihnen und allen bisherigen Studierenden einen guten Start ins Semester und viel Erfolg im Studium!

Montag, 16. September 2019

Wurfweitenmessung am Grossen Meeting für die Kleinen

Erneut fanden am Sonntag, den 8. September die 41. Leichtathletikspiele im Stadion Schützenmatte in Basel statt. Hunderte junger Athletinnen und Athleten der Kategorie U12 und U14 konnten an dem Tag ihr Können in den unterschiedlichsten Disziplinen unter Beweis stellen. Um den jungen Wettkämpferinnen und Wettkämpfer die besten Voraussetzungen für faire und sportliche Leichtathletikspiele zu schaffen, führte auch dieses Jahr ein Team des IGEO die Wurfweitenmessungen in den Disziplinen Diskus und Speer durch. Wie bereits in den Jahren zuvor wurde hierfür die Leica MS60, sowie die von der Leica Geosystems AG gratis zur Verfügung gestellte Software «Athletics» eingesetzt. Aufgrund schlechter Wetterprognosen bereitete sich das Messteam dementsprechend vor, mit zusätzlichen Überdachungen für das Instrumentarium und natürlich regenfester Kleidung. Trotz niedrigen Temperaturen und teils Starkregen am Nachmittag, konnten die Wettkämpfe ohne Verzögerungen durchgeführt werden.
Optimaler Witterungsschutz für Operateure und Instrumentarium

Die Sportler liessen sich durch das schlechte Wetter nicht die Stimmung vermiesen und erzielten trotz allem sehr gute Ergebnisse; unter anderem im Speerwurf mit einer Wurfweite von über 45 Metern und im Diskus mit über 30 Metern. Alles im allen ein erfolgreiches Meeting für die jungen Sportlerrinnen und Sportler.
An dieser Stelle sei den Studierenden Tobias Hofmann, Annabelle Bauer und Simon Abächerli herzlich gedankt für Ihren tollen Einsatz.

Donnerstag, 12. September 2019

Weiterbildungsanlass am Bundesamt für Statistik

Zwei Wochen vor Semesterstart, am 02. September 19, besucht das Institut Geomatik (IGEO) anlässlich eines Weiterbildungsanlasses das Bundesamt für Statistik (BFS). Das BFS in Neuchâtel ist das nationale Kompetenzzentrum der öffentlichen Statistik der Schweiz. Es produziert und publiziert statistische Informationen über den Stand und die Entwicklung von Bevölkerung, Wirtschaft, Gesellschaft, Bildung, Forschung, Raum und Umwelt. Ein zentrales Instrument für die räumliche Langzeitbeobachtung ist dabei die Arealstatistik der Schweiz. In dieser werden Bodennutzung und Bodenbedeckung systematisch und in regelmässigen Abständen erfasst. Aus dieser Zeitreihe lässt sich beispielsweise beurteilen, inwiefern die Entwicklung der Bodennutzung in der Schweiz mit den Zielen der Raumentwicklung und des haushälterischen Umgangs mit der Ressource Boden übereinstimmt.
Die Mitarbeitenden des IGEO beim Bundesamt für Statistik

Im Rahmen unseres Besuches beim BFS erhalten wir zum Einstieg eine Präsentation über Produkte des BFS, die auf Geoinformationen basieren und lernen dabei BFS spezifische Grundlagedaten und Auswertungsstrategien kennen. Das BFS stellt den aktuellen Stand und die Zukunftsperspektiven zur Erhebung der Arealstatistik vor. Dabei wird auf die herausragende Bedeutung künstlicher Intelligenz hingewiesen, die in Zukunft zu einer Verdichtung der Erhebungsperioden und damit zu einer verbesserten Aktualität der Arealstatistik führen soll. Das BFS stützt dabei auf erste Ergebnisse eines vom IGEO und vom Geotech Unternehmen ExoLabs entwickelten Prototyps zur automatisierten Generierung der Arealstatistik mittels maschinellem Lernen.
Das IGEO bringt Wissen über maschinelles Lernen in die Arealstatistik ein


Mit einem Klassifikations-Quiz wird das Können des IGEO auf die Probe gestellt und mit einer Preisverleihung honoriert. Ausblickend erhalten wir einen Vortrag über neue Methoden zur Visualisierung multivariater Daten.
Die Teilnehmenden des IGEO am Neuenburgersee

In Begleitung einiger Mitarbeitender des BFS wird der Weiterbildungsanlass im Restaurant Vio abgerundet: Direkt am See klingt der Abend bei angenehmen Temperaturen, in gemütlicher Gesellschaft und bei feinen Speisen aus.