Freitag, 27. April 2018

TecDay Luzern



Der letzte TecDay fand vergangenen Mittwoch an der Kantonsschule Alpenquai in Luzern statt. Über 1'500 Schüler und Schülerinnen konnten aus 78 Modulen die Favoriten wählen und besuchen. Damit war dieser Anlass der grösste bisher durchgeführte TecDay. An diesem Tag soll das Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Berufen geweckt werden. Organisiert wird der TecDay durch die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW.

Das Institut Geomatik gab mit einem Ortophoto-Teppich einen Einblick in die Luftbildphotogrammetrie und zeigte im Anschluss, wie der Teppich mit Augmented Reality Anwendungen interaktiv genutzt werden kann. Zusätzlich konnten die interessierten Schüler und Schülerinnen mit Virtual Reality Anwendungen die Römerstadt Augusta Raurica erkunden.


 Das Interesse an den mitgebrachten Geräten ist am TecDay in Luzern gross. Schüler und Schülerinnen erlangen mit der Augmented Reality App «Livemap Switzerland» zusätzliche Informationen über das dargestellte Gebiet auf dem Orthophoto.

Über den TecDay in Luzern hat auch die Luzerner Zeitung ausführlich berichtet. Der Artikel ist hier zu finden.

Donnerstag, 26. April 2018

Drohnen – Faszination oder Plage


Am Samstag 14. April 2018 fand in der Kantonsbibliothek Liestal ein Infoanlass zum Thema «Drohnen – Faszination oder Plage?» statt. Für einmal standen somit nicht die Bücher im Mittelpunkt der Kantonsbibliothek Liestal und auch die sonst ruhige Atmosphäre musste ausnahmsweise Propellergeräuschen und regen Diskussionen weichen. Die Besucher konnten an verschiedenen Posten unterschiedliche Nutzungen von unbemannten Fluggeräten erfahren und sich sowohl an den Ständen als auch an Vorträgen über die Technik, den Einsatz und auch über rechtliche und versicherungstechnische Belange bezüglich Drohnen informieren.
Wie programmiert man eine Drohne? Am Informationstag in Liestal konnten unter anderem Drohnen selber programmiert und der Code direkt fliegerisch ausprobiert werden

Schöne Luftaufnahmen aus für uns Menschen nicht zugänglichen Perspektiven zeigten den Wert von Drohnen bei der Erfassung von Fotos und Filmen für Produktions- und Werbezwecke sowie Inspektionen von schwer zugänglichen Objekten. Die neue Trend-Sportart «FPV-Racing» wurde eindrücklich präsentiert und konnte in einem gesicherten Bereich in kleinem Massstab sogar selber ausprobiert werden. In einem Workshop hatte man die Möglichkeit, eine kleine Drohne selber zu programmieren und den Aufbau kennen zu lernen. Die Mobiliar beantwortete Fragen über die Versicherung von Drohnen und selbstverständlich war auch das Institut Geomatik IGEO der FHNW präsent und zeigte am Stand sowie in einem Vortrag von Nando Docci verschiedene professionelle Anwendungen von Drohnen im Bereich der Vermessung und Fernerkundung.
Interessierte Besucher am Stand des IGEO:  Die Drohnentechnik fasziniert und ist für viele neu. Gerne erklärten wir die Möglichkeiten von UAVs anhand Projekten des IGEO
Am Stand des IGEO konnten die Besucher photogrammetrisch erfasste 3D-Modelle, Höhenmodelle und Orthofotos bestaunen und lernen, wie sich die drohnengestützte Fernerkundung dank Multispektralsensorik auch in kleineren Gebieten für landwirtschaftliche Zwecke eignet. Auf Luftaufnahmen im Bereich des thermalen Infrarots konnten Wildtiere und Esel entdeckt werden und ein Infrarot-Sichtgerät der Feuerwehr Lausen lieferte faszinierende und ungewohnte Echtzeit-Eindrücke unserer Mitmenschen und Umwelt.

Spannende Technik auf engem Raum:  Neben zahlreichen Fluggeräten konnte am Stand des IGEO auch die Thermographie erlebt werden
Der Anlass war eine willkommene Möglichkeit, den Besuchern unseren spannenden und modernen Studiengang näher zu bringen und aufzuzeigen, dass Drohnen nicht nur Spass und Spiel dienen, sondern auch sehr effiziente und wertvolle Arbeitsgeräte für verschiedenste Anwendungen darstellen können.




Mittwoch, 18. April 2018

Geomatik-Frühlingskolloquium: Petroglyphen in Saimaluu Tash, Kirgistan

Am Dienstag 27. März war Thomas Koblet von ESRI Schweiz am Institut Geomatik zu Gast und gab spannende Einblicke in seine Teilnahme an einem archäologischen Survey in Kirgisistan.
Für den studierten Geografen mit Passion für die Feldarbeit ergab sich im letzten Sommer unverhofft die Möglichkeit auf ein besonderes Abenteuer: Zusammen mit seinem Arbeitskollegen konnte er als Kartograf die Forschungen des Archäologen Christoph Baumer in Kirgisistan begleiten. Die Expedition war der Dokumentation und Kartierung der Petroglyphen in Saimaluu Tash gewidmet. In Saimaluu Tash finden sich noch heute abertausende gut erhaltener, in Felsblöcke und Geröll geritzte Zeichnungen – Petroglyphen – , die bis zu 4000 Jahre alt sind. Die gute Erhaltung ist unteranderem der Schneedecke zu verdanken, die das Tal im Naturschutzgebiet an der Grenze zu China für 10-11 Monate im Jahr bedeckt.





Thomas Koblet von ESRI Schweiz über seine Teilnahme an der Saimaluu Tash Expedition in Krigisistan
Diese Zeugnisse längst vergangener Zeiten konnten Koblet und sein Kollege nun mithilfe moderner Technik, wie z.B. der Kopplung eines Smartphones mit Collector for ArcGIS und einer GPS-Antennen präzise einmessen und systematisch digital dokumentieren. Eine Webapplikation ermöglicht bereits jetzt erste Einblicke in den gewonnenen Datenschatz: Über eine interaktive Karte kann zu jedem eingemessenen Fund ein Foto aufgerufen werden. Die fast unzähligen Petroglyphen zeigen ein breites Spektrum an Motiven: Von landwirtschaftlichen Pflug-Szenen, über Jagd- und Wildtiermotive, bis hin zu nicht ganz jugendfreien Darstellungen und solchen, die wohl kultische Handlungen wiedergeben, ist alles vertreten.

Petroglyphen in Saimaluu Tash, Kirgistan
Die Petroglyphen sind seltene Zeugnisse der Lebensweisen und Vorstellungen vergangener Kulturen in der Region. Die Bedeutung der Zeichnungen und ihrer Anordnung harrt aber einer substantiierten Interpretation. Das ist, was die Archäologen nun interessiert: Die detaillierte räumliche und motivische Erfassung der Petroglyphen ermöglicht erstmals umfassende Analysen der zeitlichen und räumlichen Verbreitung und Anordnung einzelner Motive und ihrem Zusammenspiel. Interessierte dürften also gespannt sein auf die Publikation seiner Studien, die der Archäologe und Expeditionsleiter Baumer noch dieses Jahr vorlegen möchte.